Bei Ottraus Hausarzt Udo Wiedmann gibt es ein Wartezimmer mit Ausblick

Begegnen den Patienten mit viel guter Laune: Sandra Krämer, Hausarzt Udo Wiedmann und Stefanie Merz (von links) freuen sich, dass das Wartezimmer so gut ankommt.

Warten ist langweilig, gerade beim Arzt können Minuten zu Stunden werden, wenn einfach so gar nichts passiert – ganz anders ist das bei Hausarzt Udo Wiedmann in Ottrau.

Denn hier fragen die Patienten eher, warum sie denn schon aufgerufen werden. Und das hat einen einfachen Grund: Der Mediziner hat ein Freiluftwartezimmer eingerichtet. Das ist, klar, immer dann geöffnet, wenn es das Wetter zulässt. Und das war in den vergangenen Wochen schon reichlich der Fall.

Bei den Patienten kommt das Wartezimmer im Hof bestens an. Kein Wunder, hier herrscht eher Biergartenatmosphäre statt Medizin-Mief, ebenerdig allemal und gemütlich noch dazu, laden hier Biertischgarnituren und ein Strandkorb zum Verweilen ein.

Und Langweilig dürfte es den Wartenden auch nicht werden. Wer nicht plaudert, der kann sich entspannt bei Musik aus der Lautsprecheranlage zurücklehnen. „Die Patienten sind total begeistert, besonders ältere Leute und Kinder freuen sich über den neuen Treffpunkt“, erzählen die Mitarbeiterinnen Sandra Krämer und Stefanie Merz.

Dass ihr Chef Sinn für Humor hat, haben sie nicht nur längst erkannt, – „es wird bei aller Ernsthaftigkeit in der Sache einfach auch viel gelacht“ – er zeigt sich auch im Facebook-Profil des Arztes. Kaum hatte das Freiluftwartezimmer geöffnet, war dort zu lesen: „Wir entschuldigen uns aber höflichst, dass wir Ihren Wunsch nach Fischbrötchen und gekühltem Flensburger Pils nicht erfüllen können. Es grüßt Sie herzlich das Team Wiedmann.“

Schon im Taunus, wo Wiedmann zuvor in eigener Praxis tätig war, kam dem 62-Jährigen der Gedanke des etwas anderen Wartebereiches: „Seinerzeit scheiterte die Umsetzung am Platz“, erzählt er. In Ottrau fand er dann die perfekten Bedingungen. Auf dem rückwärtigen Hof des Praxisgebäudes stehen seitdem nicht nur Sitzgelegenheiten, sondern auch Sonnenschirme und die passende Dekoration. Wiedmann, der ein großes Faible für handgemachte Musik hat, hat kurzerhand eine Außensprechanlage installiert und kann die Patienten per Funkmikro aus jedem seiner Sprechzimmer in die Praxis bitten.

Besonders den älteren Ottrauern gefällt der Platz zum Schnuddeln. „Wahrscheinlich wundern sich die Nachbarn schon, dass hier so viel gelacht wird“, sind Sandra Krämer und Stefanie Merz überzeugt. Die beiden Frauen fühlen sich, genauso wie Udo Wiedmann auch, von den Ottrauern angenommen.

Auch der Mediziner ist mittlerweile vollends angekommen – wenngleich er für etliche Umzugskisten aus seinem Haus im Taunus noch eine Unterstellmöglichkeit sucht.

Der Praxisbetrieb ist sehr gut angelaufen, nicht nur die Schwälmer vertrauen dem neuen Arzt, mehrmals wöchentlich kommen auch noch Patienten aus dem Taunus. Die Abendsprechstunde ist so stark nachgefragt, dass Wiedmann sie um einen Abend erweitern wird. Zwei neue Kolleginnen verstärken das Team ab August und Oktober.

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