Erinnerungen von besonderem Wert

"Ganz furchtbar, eine Katastrophe": Ottrauerin besuchte erst vor kurzem die Notre Dame

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Rita Michels Fotos entstanden erst vor wenigen Tagen: Die Außenansicht der Notre Dame.

Paris/Schwalm – Rita Michel war überwältigt beim Besuch der Pariser Notre Dame. Das ist noch keine anderthalb Wochen her. Als sie die Bilder vom Brand sah, war sie geschockt.

Erst allmählich begreift die Ottrauerin, dass dieses Gefühl der Erhabenheit angesichts dieser berühmten Kathedrale in absehbarer Zeit niemand mehr spüren wird. Bei einem Brand am Montagabend wurde die Kirche massiv beschädigt, große Teile des Daches und ein Kirchturm stürzten ein.

Nachrichten habe sie am Montagabend eigentlich nur durch Zufall geschaut. Beim Anblick der Bilder sei sie vollkommen schockiert gewesen, sagt die 68-Jährige, die in Ottrau eine Gaststätte und am Bahnradweg einen Biergarten betreibt. Zunächst hat sie an einen Terroranschlag gedacht. „Mich hat der Schlag getroffen.“

Mit einer Freundin aus Treysa hatte sie über drei Tage Paris besucht. Für Rita Michel war das eine Premiere. Die beiden Frauen trafen sich mit der aus Treysa stammenden Dagmar Sippel. Die Künstlerin lebt seit mehr als 30 Jahren in der Stadt an der Seine.

Erstmals in der Stadt an der Seine: Rita Michel, Mitte, besuchte mit einer Freundin Paris. Dabei trafen sie die aus Treysa stammende Dagmar Sippel, links.

Auch sie zeigt sich am Montagabend in einem ersten Kontakt gegenüber der HNA vollkommen fassungslos angesichts des Feuers: „Das ist ganz furchtbar, eine Katastrophe.“

„Mit Dagmar als Reiseführerin haben wir die Stadt in besonderer Form erlebt“, meint die Ottrauerin. Mit Blick auf die Feuersbrunst sieht es Rita Michel inzwischen als „besonderes Geschenk“ an, vor wenigen Tagen die Kirche noch einmal intakt gesehen zu haben.

Die drei Frauen haben die Kathedrale über Mittag besichtigt. Die üblichen Besucherschlangen hat es an dem Werktag nicht gegeben. 

Weltberühmt: Die Kirchenfenster mit ihrer besonderen Farbgebung im Sonnenlicht.

Die Ottrauerin war beeindruckt von der Größe des Inneren, die man von außen zunächst nicht annehme. Im Kirchenschiff fanden immerhin bis zu 10 000 Menschen Platz. Nicht vergessen wird sie die berühmten Fensterrossetten im Westportal, die bei Sonnenschein blau, gold und lila leuchten. 

Rita Michels Fotos entstanden erst vor wenigen Tagen: Die Reliefs im Kirchenschiff.

Auch die bedeutenden Reliefs hielt die Ottrauerin mit der Kamera fest – Fotos, die für sie inzwischen einen besonderen Wert haben: Angesichts der massiven Zerstörung durch das Feuer wird es solche Motive in absehbarer Zeit nicht mehr geben.

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