Wichtig sind die Menschen

Karl-Heinz Maus war 25 Jahre lang Gemeindebrandinspektor in Ottrau

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Ottraus ehemaliger Gemeindebrandinspektor Karl-Heinz Maus gibt den Staffelstab weiter. Nach 25 Jahren Dienst stellte er sich jüngst nicht mehr zu Wahl.

Der Sturm Kyrill 2007 ist Karl Heinz Maus in lebendiger Erinnerung geblieben. Damals flogen Ottraus Gemeindebrandinspektor buchstäblich die Brocken um die Ohren: „Ich habe geglaubt, ich wäre im Krieg, solche Schläge hat das getan.“ Nachdem ihm ein Baum den Weg versperrt habe, habe er das Einsatzfahrzeug stehen gelassen und sei bis nach Immichenhain gerannt, sagt Maus und fügt schmunzelnd an: „Am nächsten Tag wollte die Polizei mir eine Verwarnung geben, da man ja nicht einfach ein Auto in Wald stehen lassen könne.“

Eine von vielen Geschichten, die der Hauptbrandmeister zu erzählen weiß. 25 Jahre lang lenkte der 60-Jährige als verantwortliche Führungskraft die Geschicke der Ottrauer Feuerwehr – ein Vierteljahrhundert im Zeichen von Martinshorn und Blaulicht. „Nach 25 Jahren reicht es jetzt aber auch“, meint der Brandschützer.

Glück im Unglück: Beim Sturm Kyrill verfehlte ein Baum das Fahrzeug von Karl-Heinz Maus.

Seine Feuerwehrkarriere habe ganz klassisch in der Jugendfeuerwehr begonnen, so Maus: „Fußball und Feuerwehr, das war damals auf dem Dorf normal.“ In der Einsatzabteilung Immichenhain habe er dann die Funktion des Gruppenführers übernommen. „1994 wurde ich ohne Gegenkandidaten zum Gemeindebrandinspektor gewählt.“

Insgesamt fünfmal machten die Ottrauer Brandschützer den Justizvollzugbeamten im Ruhestand zu ihrem Chef. Die Wehrführer hätten sich im Vorfeld immer für ihn ausgesprochen, freut sich der 60-jährige über den Rückhalt: „Es gab nie ein schlechtes Wahlergebnis.“

Sein erster richtiger Einsatz als Gemeindebrandinspektor sei ein Wohnwagenbrand in Ottrau gewesen, erzählt Maus: „Der Eigentümer war mit unseren Löschmaßnahmen nicht einverstanden und hat uns Gewalt angedroht.“

Viele Einsätze

Neben einigen schweren Verkehrsunfällen mit Verletzten erinnert sich Karl-Heinz Maus besonders an einem Wohnungsbrand in der Musikkneipe Between in Immichenhain. Das sei wohl einer der größten und schwierigsten Einsätze in seiner Laufbahn gewesen, so der 60-Jährige: „Bedauerlicherweise kam für einen Menschen jeder Hilfe zu spät. Wir fanden den Toten im Gebäude.“

Einen Schwerpunkt seiner Arbeit sah der Gemeindebrandinspektor in der kontinuierlichen Verbesserung der Ottrauer Wehren. In 25 Jahren wurde fast der gesamte Fuhrpark erneuert und Feuerwehrhäuser modernisiert. „Wenn man Nachwuchs haben möchte, muss man den Leuten auch etwas bieten“, ist Karl-Heinz Maus überzeugt.

Im Zentrum standen für den 60-jährigen immer die Menschen in der Uniform. Besonders stolz ist der Immichenhainer auf den Zusammenhalt der Truppe. Mir war es immer wichtig, dass wir alle ein Team sind: „Das ist heute ganz anders als vor 25 Jahren bei meinem Amtsantritt.“ Er sei daher auch froh, dass sich für die Ottrauer Feuerwehren wieder ein neues Führungsteam gefunden habe, betont der altgediente Feuerwehrmann.

Noch ein paar Jahre aktiv

Ganz in den Ruhestand möchte sich Karl Heinz-Maus aber dann doch noch nicht verabschieden. Laut Hessischem Brand- und Katastropenschutzgesetz könne man noch bis 65 in der Einsatzabteilung mitmachen, so der Immichenhainer: „Ich will keine Funktion mehr übernehmen, aber unterstützen. Wenn mich jemand um Rat fragt, dann bekommt er auch Antwort.“

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