Christoph Wahl (Die PARTEI) will Amt nicht annehmen

Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Ottrau: Kandidaten auf dem Prüfstand

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Auf dem Podium: HNA-Redakteurin Anne Quehl stellte den Bürgermeisterkandidaten, Amtsinhaber Norbert Miltz (unabhängig, rechts) und Matthias Wettlaufer (CDU), Fragen zu ihren politischen Vorhaben. 

Ottrau. Rund 250 Gäste besuchten am Dienstagabend den HNA-Lesertreff in der Mehrzweckhalle zur Bürgermeisterwahl in Ottrau. Die Kandidaten, Amtsinhaber Norbert Miltz (59, parteilos) und Herausforderer Matthias Wettlaufer (35, CDU) stellten sich den Fragen von HNA-Redakteurin Anne Quehl sowie Fragen aus dem Publikum.

Bevor die Fragerunde starten konnte, erklärte Christoph Wahl (Die PARTEI), dass er seine Kandidatur wegen eines privaten Schicksalschlags vor zwei Wochen zurückziehen wollte. Eine Annullierung der Kandidatur war aber wegen Fristüberschreitung nicht möglich. „Für den Fall, dass ich die Wahl gewinne, werde ich das Amt nicht antreten“, sagte Wahl schmunzelnd.

Windkraft

Ein Dauerbrenner-Thema in Ottrau ist die Windkraft. Matthias Wettlaufer erklärte, unter ihm als Bürgermeister wäre im Zuge des Baus des Windparks Gleiche vieles anders gelaufen. „Ein Bürgermeister sollte auch Kritiker integrieren. Das ist nicht passiert.“ Bürgermeister Miltz konterte, dass sich die Gemeindevertretung auf den Ausbau regenerativer Energie festgelegt habe, wodurch drei Vorrangflächen für Windkraftanlagen für Ottrau in Frage kamen.

Breitbandausbau

Beide Kandidaten waren sich darin einig, dass der Breitbandausbau zentrale Bedeutung für die Attraktivität Ottraus habe. Bürgermeister Miltz wies darauf hin, dass sich die Gemeinde deshalb am Ausbau-Programm im Schwalm-Eder-Kreis beteilige, der Ausbau in Ottrau aber erst für 2019 vorgesehen sei. Das reichte Wettlaufer nicht. „Wir wollen nicht als Letztes angeschlossen werden. Deshalb brauchen wir einen der sich mit Penetranz für einen schnelleren Ausbau starkmacht.“

Fördermittel

Wettlaufer betonte, dass aufgrund der bergrenzten finanziellen Mittel eine volle Ausschöpfung von Fördermitteln nötig sei. Das sei in den vergangenen Jahren nicht imemr der Fall gewesen.

Aufmerksam: Rund 250 Menschen verfolgten den Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Ottrau, um sich über die Kandidaten zu informieren.

Sanierung Pfaffenbach

Als Beispiel nannte er die Sanierung am Pfaffenbach. Dafür seien im Haushalt 165.000 Euro veranschlagt, dabei hätte es vom Land Hessen eine 90-prozentige Förderung geben können. Das wies Miltz scharf zurück. „Wir haben für unsere Infrastruktur-Projekte immer Förderungen beantragt, wenn es ging.“ Eine Förderung sei in diesem Fall nicht möglich gewesen, da der Pfaffenbach nicht unter die Wasserrahmenrichtlinie falle.

Das wollte Wettlaufer nicht gelten lassen, da die Förderung vom Land Hessen unabhängig von der Wasserrahmenrichtlinie sei. „Wenn Matthias Wettlaufer das wusste, in der Gemeindevertretung aber kein Wort dazu gesagt hat, spricht das Bände“, so Miltz. Dazu konterte Wettlaufer: „Das Finden von Fördermöglichkeiten ist immer noch Sache des Bürgermeisters.“

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