Bürgermeisterwahl in Ottrau

Möglicher Kandidat für Bürgermeisteramt in Ottrau steht fest

Das Foto zeigt den Vorplatz des Ottrauer Rathauses.
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Wer künftig Chef im Ottrauer Rathaus sein wird, entscheiden am 14. März 2021 die Wähler. Bislang gibt es erst einen Kandidaten, der seinen Hut in den Ring geworfen hat. 

Der 4. Januar ist in Ottrau der Stichtag für die Wahlvorschläge zur Bürgermeisterwahl. Ein möglicher Kandidat steht bereits fest. Ottraus Parteien halten sich zum Teil noch bedeckt.

Ottrau – Der Kampf um den Bürgermeisterstuhl im Ottrauer Rathaus nimmt langsam Fahrt auf. Gewählt wird am 14. März kommenden Jahres. Nachdem es in den vergangenen Wochen in der Gemeinde immer wieder Spekulationen über mögliche Bewerber gab, steht nun zumindest ein Name fest. Diese Woche bekundete der Rathausmitarbeiter und Leiter des Hauptamts, Michael Scheuer, sein Interesse an dem Amt (unsere Zeitung berichtete).

Gegenüber der HNA erklärte Scheuer weiter, dass seine Kandidatur aber erst am 4. Januar 2021 offiziell sei. Hintergrund: Zu diesem Stichtag müssen die Wahlvorschläge für die Bürgermeisterwahl bis spätestens 18 Uhr bei Gemeindewahlleiterin Nicole Hollmann eingegangen sein. Wohl lediglich ein formaler Akt: Am Montag hatte sich Scheuer mit einer unserer Redaktion vorliegenden E-Mail an Gemeindevertretung und -vorstand gewandt. Darin bat Scheuer die Kommunalpolitiker um Zustimmung und Unterstützung für seine Bewerbung. Programmatisch äußerte sich der Hauptamtsleiter bislang offenbar noch nicht.

Bürgermeisterwahl in Ottrau: SPD hat keinen eigenen Bewerber

Die SPD Ottrau hat keinen Bewerber für das Bürgermeisteramt. Einige Wochen hielt sich aber hartnäckig das Gerücht, dass SPD-Fraktionssprecher Maximilian Schreiber kandidieren würde. Ein Gerücht mit einem durchaus wahren Kern. Er habe tatsächlich lange hin und her überlegt und viele Gespräche geführt, sich dann aber dazu entschieden, bei der jetzt anstehenden Wahl nicht zu kandieren, sagte Schreiber der HNA. Von der angekündigten Bewerbung Michael Scheuers seien er und die Fraktion überrascht gewesen, so der Sozialdemokrat. Ob und wenn ja wie man sich im Bürgermeisterwahlkampf positionieren werde, sei noch völlig offen, betonte Schreiber: „Wir müssen das erst einmal besprechen.“

Wenn man bedenke, dass Michael Scheuer möglicherweise gegen seinen potenziellen Chef kandidieren werde, sei der Schritt durchaus mutig, sagte der Fraktionssprecher der Ottrauer FWG, Markus Knoch. Aus den Reihen der FWG werde es mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Bürgermeisterkandidaten geben, so Knoch weiter: Wir haben keinen Eigenen in der Fraktion.“ Man gehe von mehreren Bewerbern aus, die FWG habe sich bislang noch nicht positioniert, sei aber gesprächsbereit und werde sich anhören, was die Kandidaten zu erzählen haben, so der Fraktionssprecher: „Davon abgesehen konzentrieren wir uns auf den Kommunalwahlkampf.“

Bürgermeisterwahl in Ottrau: CDU will eigenen Kadidaten vorschlagen

Im Gegensatz zur FWG möchte die Ottrauer CDU einen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken. Man hab diese Thematik bei der kommenden Jahreshauptversammlung auf der Tagesordnung, bestätigt der Fraktionssprecher der CDU, Matthias Wettlaufer: „Das ist das Ziel.“ Man sei vornehmlich mit externen Interessierten im Gespräch, so Wettlaufer weiter, nannte aber keine Namen: „Die Leute kommen ja auch auf uns zu.“ Bedingt durch die Corona-Pandemie gestalte sich das gesamte Prozedere aber deutlich schwieriger, bedauert der CDU-Mann. Die angekündigte Kandidatur von Michael Scheuer sei für ihn völlig überraschend gewesen, so Matthias Wettlaufer, kommentierte es aber nicht weiter.

Die Ottrauer UWG werde keinen eigenen Kandidaten präsentieren, sagte Marco Kropf: „Wir geben aber allen Bewerbern die Möglichkeit, sich vorzustellen.“ Wichtig sei es, einen Bürgermeister zu finden, der die Anliegen der Gemeinde Ottrau in diesen schwierigen Zeiten gut vertreten könne, betonte Kropf weiter.

Bürgermeisterwahl in Ottrau: Norbert Miltz musste Ende Semptember Stuhl räumen

Eigentlich wäre am 14. März 2021 auch in Ottrau nur Kommunalwahl. Eigentlich. Da der ehemalige Ottrauer Bürgermeister Norbert Miltz aber Ende September seinen Stuhl im Rathaus räumte, müssen die Ottrauer an diesem Tag auch einen Bürgermeister wählen (die HNA berichtete). Seit Ende November kann man sich auf die mit A 16 dotierte Stelle bewerben. In Hessen entspricht die Besoldungsgruppe A16 in der Grundstufe 1 rund 6150 Euro brutto. Wählbar sind Deutsche im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes und Staatsangehörige eines der übrigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Gewählt werden kann, wer am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet hat und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.

Rückblick auf ein Stück in drei Akten: 2011 wurde Norbert Miltz erstmals zum Bürgermeister in Ottrau gewählt, 2017 erfolgte seine Wiederwahl. Umso überraschender kam dann die Rücktrittsankündigung in diesem Frühjahr. Miltz begründete seinen Entschluss damals mit möglichen Einsparpotenzialen für seine Gemeinde. Mit Blick auf eine mögliche Fusion der Kommunen Ottrau, Oberaula und Neukirchen sei für Ottrau ein ehrenamtlicher Bürgermeister günstiger als ein Verwaltungschef im Hauptamt, argumentierte der Bürgermeister. Was durchaus Ausgangspunkt einer lebhaften Debatte hätte sein können, entwickelte sich zu einer Posse. Nachdem Norbert Miltz seinen Vorschlag über alle Gremien hinweg über die Presse lanciert hatte, schlug dem Verwaltungschef nicht nur in der eigenen Gemeinde Gegenwind entgegen. Selbst der Hessische Städte- und Gemeindebund zeigte sich von Miltz‘ Begründung irritiert. Es folgte der zweite Akt: Der Rücktritt vom Rücktritt.

Zu diesem Zeitpunkt war das Vertrauensverhältnis zwischen den gemeindlichen Gremien und dem Bürgermeister aber bereits irreparabel zerstört. Wenige Wochen später beendeten Ottraus Parlamentarier das Schauspiel und schickten Norbert Miltz in den vom im selbst beantragten vorzeitigen Ruhestand – dritter Akt. Und wie in jedem guten Stück gab es auch noch eine Zugabe: Wie die HNA erfuhr, gab es keine offizielle Verabschiedung des ehemaligen Bürgermeisters. Am 30. September war die Ära Miltz beendet. (Matthias Haaß)

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