Endlich Frühling: Familie Becker hat sich alles über Federvieh angeeignet

Ottrau: Hühner machen Spaß und Arbeit

Johann Becker (11): Er liebt den Umgang mit den Hühnern.
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Johann Becker (11): Er liebt den Umgang mit den Hühnern.

Inzwischen besitzt die Familie Becker aus Ottrau-Schorbach 19 Hühner und einen Hahn und kann sich derzeit über rund 14 Eier pro Tag freuen. Seit dem Start ihrer Hühnerhaltung vor fünf Jahren hatten die Beckers viel Freude, aber auch Ausgaben und traurige Erfahrungen.

Ottrau – Begonnen haben die Beckers 2017, als es Schlagzeilen über verseuchte Eier aus Großlegebatterien gab. Zeitgleich wünschte sich Sohn Johann, heute elf Jahre alt, ein Huhn zum sechsten Geburtstag. „Die Idee der eigenen Hühnerhaltung war da, doch wir stellten schnell fest, dass an eine ganze Menge gedacht werden muss, bevor man Hühner anschaffen kann“, berichtet Harald Becker. Ohne Stall, ein geeignetes Gelände, eine Umfriedung und verschiedene kleinere Utensilien geht es nicht. Ein Startkapital von 500 Euro sei schnell ausgegeben.

Die geimpften Tiere beziehen die Beckers bei einem Fachhändler, verschiedene Hühnerrassen wie Blausperber oder Grünleger. Das Budget für den Stall kann ganz unterschiedlich ausfallen, im Internet gibt es Bezugsquellen. Natürlich kann auch selbst gezimmert werden. Behälter für Futter und Wasser findet man in Baumärkten. Dort kann man auch Futter kaufen, oder, was günstiger sein kann, es von einem Bauern direkt holen.

Die Auslauffläche sollte nicht zu knapp bemessen sein, mehrere Quadratmeter pro Tier. Die vorgeschriebenen 1,5 Quadratmeter finden die Beckers klar viel zu gering bemessen. Sie haben inzwischen eine Wiese mit 1000 Quadratmetern hinter ihrem Haus pachten können.

Neben den Aufwendungen braucht es viel Aufmerksamkeit, zum Beispiel auf die Umzäunung. Zu gern büxen die lebhaften Tiere aus, wenn sie ein Loch finden. Verständlicherweise reagierten Nachbarn mitunter sauer, wenn sich fremdes Federvieh über ihre Gemüsebeete oder den Ziergarten hermachten.

Gackerndes Kränzchen: Hühner der Familie Becker.

Man müsse sich ganz klarmachen, dass Hühnerhaltung jede Menge Pflichten mit sich bringt, angefangen bei der Anmeldung bei der Tierseuchenkasse. Die Tiere brauchen ausreichend Futter und Wasser, morgens muss der Stall geöffnet werden, und jeden Abend – „ganz wichtig“ – wieder verschlossen. Nicht weniger als der „Totalausfall des Bestandes durch Fuchs oder Marder“ droht.

Der Stall muss regelmäßig gereinigt werden, sonst nisten sich Parasiten ein. Ein Befall kann dazu führen, dass die Hühner keine Eier mehr legen oder sogar sterben. Durch Wildvögel können zum Beispiel Milben Fuß fassen. Alle 14 Tage desinfizieren die Beckers daher den Stall, gelegentlich wird auch zusätzlich mit aller Vorsicht geflämmt.

Für die Beckers ist es klar, dass auch ein Hahn dazu gehört, „ein wichtiger Bestandteil der artgerechten Haltung“. Er wache über die Hühner und warnt nötigenfalls durch einen kurzen Schrei vor Gefahr von oben. Harald Becker: „Natürlich sollte man vor der Anschaffung eines Hahns mit den unmittelbaren Nachbarn sprechen, denn der kann schon mal recht früh mit einem mehrmaligen Morgengruß auf sich aufmerksam machen.“

Für die Beckers ist klar: „Neben allen Pflichten, die eine Hühnerhaltung mit sich bringt, überwiegen die schönen Momente auf jeden Fall. Hühner sind zutrauliche und neugierige Tiere.“ Hören sie die Stimme ihrer Besitzer, kommen sie schnell von Weitem gelaufen. Die ganze Familie habe ihre Freude und den Nutzen leckerer, naturreiner Eier. Aber man müsse auch mit Rückschlägen rechnen, die bei Kindern durchaus zu Tränen führen können. (Anne Quehl)

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