Ottrau steckt Geld ins Wasser

Gemeinde schätzt Investitionskosten auf 7,4 Millionen Euro

Tiefbrunnen in Schorbach
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Stilllegung: Der Tiefbrunnen in Schorbach ist bald Geschichte. Zukünftig werden die Menschen ihr Wasser aus Weißenborn bekommen.

Die Sanierung der Wasserversorgung wird die Ottrauer in den kommenden Jahren mehr als sieben Millionen Euro kosten.

Ottrau. Ohne Diskussion und einstimmig beschlossen Ottraus Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung die weitere Umsetzung der Wasserversorgungsstudie. In den kommenden Jahren will die Gemeinde mehr als sieben Millionen Euro in die Sanierung der in großen Teilen maroden Wasserversorgung investieren.

Eine große finanzielle Belastung für die kleine Knüll-Gemeinde. Bei der Vorstellung der Studie 2019 hatten die Verantwortlichen den Finanzierungsbedarf noch auf gut 3,9 Millionen Euro geschätzt. Schon damals sprach man von einer enormen Belastung für Kommune und Bürger – nun kommt es sogar noch teurer, wie eine Überarbeitung der Studie im September ergab.

Genaue Zahlen könne man aber erst dann sagen, wenn die Submissionsergebnisse tatsächlich vorliegen, teilte Ottraus Bürgermeister Jonas Korell auf Anfrage der HNA mit: „Um zutreffende Haushaltsansätze für das Jahr 2022 fortfolgend zu haben, sind Kostensteigerungen sehr konservativ/pessimistisch kalkuliert worden, um die zwingend erforderlichen Maßnahmen auch ausführen zu können.“ Keiner könne seriös sagen, wie viel beispielsweise der neue Hochbehälter zwischen Weißenborn und Schorbach kosten werde, gab Korell zu bedenken.

Tiefbrunnen wird stillgelegt

Für die Schorbacher wird die Umsetzung der Wasserversorgungsstudie wohl die größten Veränderungen mit sich bringen: Der Tiefbrunnen Luttershain inklusive der Wasseraufbereitungsanlage und der dazugehörige Hochbehälter, sollen stillgelegt werden. Zukünftig werden sich Weißenborner und Schorbacher das Wasser teilen. Als die Studie vor drei Jahren vorgestellt wurde, gab es gegen diesen Plan in Schorbach noch starke Bedenken, unsere Zeitung berichtete.

Für geplant 950 000 Euro soll ein neuer Hochbehälter gebaut werden. Der Brunnen bei Weißenborn sei ergiebig genug, wie Pumpversuche gezeigt hätten, so der Bürgermeister. 800 000 Euro plant die Gemeinde für eine neue Fallleitung nach Schorbach ein. Man habe sich mit Hessen Mobil verständigt, im Zuge der Arbeiten in Schorbach auch gleich die Durchgangsstraße zu erneuern. 2024 sei dafür ein realistischer Zeithorizont, meinte Korell.

Bügermeister warnt vor Gebürenbelastung

Der Beschluss für die Umsetzung der Wasserfusion ist jetzt zwar gefasst, gebaut wird der neue Hochbehälter aber wohl frühestens 2023, wie ein Blick in den Zeit- und Kostenplan verrät. Mit Ausnahme in Görzhain – dort gibt es eine Wassergenossenschaft – investiert Ottrau in allen Ortsteilen. 2021 sollen 1,7 Millionen und 1,9 Millionen verbaut werden. Bis 2025 sieht der Kostenplan Investitionen im einstelligen Millionenbereich vor. Man müsse schauen, dass man in dem Zusammenhang bei der mittelfristigen Gebührenkalkulation nicht zu sehr an der Gebührenschraube drehe, mahnte Korell mit Blick auf die Belastung für die Menschen in seiner Gemeinde.

Aktuell kostet der Kubikmeter Wasser in Ottrau 5,13 Euro. Zum Vergleich: In der Nachbarkommune Oberaula sind es ab 2022 nur 3,21 Euro. (Matthias Haaß)

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