Übung beim Gemeindefeuerwehrtag Ottrau in Weißenborn

Schreiten zur Tat: Beim Gemeindefeuerwehrtag Ottrau in Weißenborn mussten die Brandbekämpfer als Übung eine die Flammen stehende Kirche löschen. Foto: Haaß

Weißenborn. Mit einer großen Einsatzübung an einem ganz besonderen Objekt begann am Sonntagmorgen in Weißenborn der jährliche Gemeindefeuerwehrtag der Ottrauer Feuerwehren.

Am Abend zuvor hatten sich die Brandschützer bereits im Dorfgemeinschaftshaus des Ottrauer Ortsteils zur gemeinsamen Jahreshauptversammlung getroffen.

Laut dem von Weißenborns Wehrführer Jörg Hennighausen ausgearbeitetem Übungsdrehbuch war es in der oberhalb des Knülldorfes gelegenen Kirche nach einem Blitzeinschlag zu einem verheerenden Brand gekommen, der dem Organisten den Fluchtweg nach draußen versperrte. „Als ich der Leitstelle in Homberg den Übungsort gemeldet habe, haben die sofort gefragt, ob die Ortsangabe stimmt“, erzählte Ottraus Gemeindebrandinspektor Karl-Heinz Maus mit einem Schmunzeln vor Übungsbeginn.

Punkt 10 Uhr heulten die Sirenen. Unter den Augen von Bürgermeister Norbert Miltz und einigen Zuschauern, begannen Ottraus sechs Feuerwehren unmittelbar nach dem Eintreffen vor der kleinen Kirche mit der Menschenrettung und Brandbekämpfung. Schläuche wurden ausgeworfen und Pumpen erwachten knatternd zum Leben. Schnell rüsteten sich Feuerwehrmänner mit Atmenschutzgeräten aus und machten sich auf die Suche nach dem vermissten Organisten.

300 Meter Schlauchleitung

Vom am Ortsrand liegendem Löschteich legten die Brandschützer eine knapp 300 Meter lange Schlauchleitung zum Kirchberg, um mithilfe einer sogenannten Riegelstellung die Brandausbreitung auf umliegende Gebäude zu verhindern.

Kurz vor Übungsende wurde es noch einmal hektisch. Ein Atemschutzgeräteträger war kollabiert und musste von seinen Kameraden gerettet werden. Vor der Kirche wurde er umgehend von den Helfern des DRK Ortsverband Ottrau versorgt und in den bereitstehenden Krankentransportwagen gelegt. Nach dieser letzten Einlage beendete Einsatzleiter Maus die Übung. Direkt im Anschluss trafen sich die fünfzig Feuerwehrleute zur Nachbesprechung am Dorfgemeinschaftshaus.

Ottraus Gemeindebrandinspektor zeigte sich mit dem Verlauf der Einsatzübung zufrieden. Bis auf kleinere Mängel habe alles wunderbar geklappt: „Der Funkverkehr lief gut. Die Verständigung mit dem neuen Digitalfunk war wunderbar.“ Bürgermeister Miltz lobte das Engagement und den Einsatz der Hilfskräfte: „Die Übung hat mir wieder sehr gut gefallen. Besonderes beeindruckend die Zusammenarbeit zwischen DRK und Feuerwehr.“

Der weitere Vormittag stand dann ganz im Zeichen der Jugend: Bei Geländespielen konnten sich Ottraus Jugendfeuerwehren untereinander messen und die Jugendflamme Stufe 1 und 2 erringen. Nachmittags lockten Vorführungen mit dem Feuerlöscher und eine Fahrzeugschau zahlreiche Menschen nach Weißenborn.

Übung: Kirchenbrand in Weißenborn

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