Brunnen soll stillgelegt werden

Schorbächer kämpfen um ihren Brunnen

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Wenn es um ihr Wasser geht, hört für die Schorbacher der Spaß auf. Nachdem die Gemeinde jüngst eine Wasserversorgungsstudie veröffentlichte, machen die Menschen in dem kleinen Ottrauer Ortsteil mobil. Die Schorbacher haben Angst, dass aus Kostengründen ihr Brunnen und ihr Hochbehälter stillgelegt werden und das Wasser zukünftig aus dem Weißenborner Brunnen kommt.

Bereits in seiner Sitzung heute Abend wird sich der Bauausschuss mit den vorliegenden Optionen beschäftigen. Erst passiere lange gar nichts und jetzt gehe es plötzlich rasend schnell, sagt Astrid Kirbach: „Da haben wir Bauklötze gestaunt.“

Zwei Varianten lägen aktuell auf dem Tisch, bestätigt Ottraus Bürgermeister Norbert Miltz. Entweder werden der Schorbacher Brunnen und Hochbehälter saniert oder Schorbach und Weißenborn bekommen gemeinsam einen neuen

Hochbehälter. Die Schorbach/Weißenborn-Lösung sei rund 300 000 Euro günstiger, gibt der Bürgermeister zu bedenken und sagt, dass man die Wasserversorgung der Gemeinde insgesamt im Auge haben müsse.

Weißenborner Wasser erfüllt alle Vorgaben

Das sehen die Schorbacher anders. „Wir wollen das gute Wasser aus Schorbach behalten“, erklärt Bärbel Karnik und Dirk Jäckel ergänzt entschlossen: „Das wollen wir nicht kampflos preisgeben.“ Eine WhatsApp-Gruppe zu dem Thema umfasse bereits nach kurzer Zeit rund 60 Teilnehmer, freut sich Jäckel, einer der Gruppenadministratoren: „Das hat sich im Schneeballsystem verbreitet.“

In den vergangenen Jahren sei nur sehr wenig in ihre Wasserversorgung investiert worden, bemängeln die Schorbacher beim Gesprächstermin am Tiefbrunnen und zeigen auf das zumindest äußerlich marode Wasserwerk oberhalb des Dorfes. Er frage sich, wo das ganze Wassergeld in der Vergangenheit hingegangen sei, sagt Reimund Kirbach. Dabei sei der Sanierungsbedarf offenkundig, denn tagtäglich würden in den Leitungsnetzen des Dorfes rund 15 Kubikmeter Trinkwasser verloren gehen, erklärt Dirk Jäckel.

Protestler fordern mehr Transparenz

Man wünsche sich im gesamten Verfahren mehr Transparenz und Bürgernähe, so die Protestler. Das soll jetzt so schnell wie möglich durchgewunken werden, vermutet Jäckel und fordert mehr Zeit: „Wir wollen, dass das nicht übers Knie gebrochen wird.“ Als der Bürgermeister gesagt habe, dass das Wasser zukünftig aus Weißenborn komme, sei man schon sehr konsterniert gewesen, betont Bärbel Karnik.

Das Ingenieurbüro habe in seiner Studie keine Alternativen wie Sanierung, Reaktivierung oder Rückspülung berechnet, behaupten die Schorbacher und schreiben in einer Stellungnahme, dass die Kostenermittlung nicht nachvollziehbar sei und es durchaus günstiger gehe. Einen Sicherheitszaun um das Wasserwerk habe man mit 70 000 Euro angesetzt, dabei sei auch eine Sicherheitstür für 6000 Euro ausreichend, finden die Schorbacher: „Wir hätten das gerne erklärt bekommen.“

Termin:Die öffentliche Sitzung des Bau- und Umweltausschusses ist am Dienstag, 8. Oktober, um 19.30 Uhr im Rathaus Ottrau.

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