Schwierige Zeiten für Ottrau

Gemeinde hat die höchste Pro-Kopf-Verschuldung im Kreis

Sanierung der Ottrauer Wasserversorgung
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Sanierung der Ottrauer Wasserversorgung

Einen ausgeglichenen Haushalt konnte Ottraus Bürgermeister den Gemeindevertretern jüngst vorlegen. Es ist der erste Haushalt des jungen Bürgermeisters. Das Zahlenwerk offenbart Licht und Schatten. Da Ergebnishaushalt und Finanzhaushalt ausgeglichen seien, sei die Haushaltssatzung genehmigungsfähig, erklärte der Bürgermeister.

Ottrau. Der Gemeinde kommt eine Sonderregelung des Landes Hessen zu Gute, denn im Finanzhaushalt fehlen auf der Einnahmenseite 160 000 Euro. Der Saldo kann nach Angaben von Korell durch die Inanspruchnahme von ungebundener Liquidität ausgeglichen werden. Auf der Schattenseite steht die höchste Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis.

Der Hauhalt 2022 ist überwiegend durch die Erfüllung von Pflichtaufgaben geprägt, zur erinnern ist hier an die grundhafte Sanierung der Wasserversorgung im Gemeindegebiet, unsere Zeitung berichtete.

Trotz der vielfältigen Aufgaben gibt es für die Ottrauer eine gute Nachricht. Die Gemeinde will zumindest 2022 keine Steuern und Gebühren erhöhen. 2023 komme man aber wohl nicht darum, so der Bürgermeister: „Das sei hiermit bereits angekündigt.“

Jonas Korell

Der Ergebnishaushalt umfasst rund 5,3 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Aufwendungen ebenfalls in Höhe von gut 5,3 Millionen Euro. „Dies ergibt im ordentlichen Ergebnis einen Überschuss in Höhe von genau 5112 Euro“, so der Verwaltungschef zufrieden.

Für Bauvorhaben und Beschaffungen werden im Haushaltsjahr 2022 insgesamt 2,6 Millionen Euro eingeplant. Dem gegenüber stehen Einzahlungen aus Investitionstätigkeit, gemeint damit sind Fördermittel und Anliegerbeiträge in Höhe von gut 440 000 Euro. Alleine 1,8 Millionen Euro entfallen auf die Maßnahmen, welche in Zusammenhang mit der Wasserversorgungsstudie umgesetzt werden sollen; das entspricht 69 Prozent.

Dazu gehören auch Investitionen in den Bereichen Abwasser und Gemeindestraßen. Geld fließt auch in den Brandschutz, Schorbach soll ein neues Fahrzeug bekommen. Außerdem sind für den Austausch der Umwälz- und Filteranlage im Schwimmbad im Kernort 180 000 Euro vorgesehen.

„Dem gegenüber stehen kalkulierte Fördermittel in Höhe von 162 000 Euro“, sagte der Bürgermeister. Das Rathaus beabsichtigt eine die Kreditneuaufnahme von gut 2,2 Millionen Euro.

Die Tilgung bestehender Kredite beläuft sich auf circa 590 000 Euro. Dies bedeute eine Nettoneuverschuldung in Höhe von ca. 1,6 Millionen Euro so der Bürgermeister: „Der Schuldenstand soll geplant auf 11,24 Millionen Euro wachsen. Dies entspricht bei 2165 Einwohnern einer Pro-Kopf-Verschuldung von 5191 Euro.“.

Die Pro-Kopf-Verschuldung ist damit nach Angaben des Verwaltungschefs die höchste im Schwalm-Eder-Kreis und gehört zu den zehn höchsten in ganz Hessen.

Vor dem Hintergrund der massiven und vor allem zwingend erforderlichen Investitionen in die Wasserversorgung in den nächsten fünf bis sieben Jahren werde sich dieser Trend auch unter größten Anstrengungen nicht umkehren, zeigte sich Jonas Korell realistisch. (Matthias Haaß)

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