Wasser als Schwerpunkt

Ottraus Bürgermeister Jonas Korell ist im Amt angekommen

Die Wasserversorgung wird Jonas Korell die ganze Amtszeit begleiten.
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Die Wasserversorgung wird Jonas Korell die ganze Amtszeit begleiten.

Im Mai wählten die Ottrauer Jonaus Korell (CDU) zum Bürgermeister. Zeit für eine erste Bilanz. Schwerpunkt in den kommenden Jahren wird die Sanierung der Wasserversorgung sein.

Ottrau. Jonas Korell, Ottraus neuer Bürgermeister, ist im Rathaus angekommen. Das ist nicht nur sprichwörtlich gemeint – mit offenen Armen empfängt der Verwaltungschef den HNA-Redakteur an der Eingangstür, man könnte wohl auch sagen, an seiner Haustür. Dass er sich zur Wahl gestellt habe, habe er nicht bereut, sagt Korell mit einem Lächeln.

Vor 130 Tagen wurde der 28-Jährige in das Amt des Bürgermeisters eingeführt – Zeit für eine kleine Bilanz. Man spüre in der Gemeinde eine gewisse Aufbruchstimmung, ist Korell überzeugt: „Ich hoffe, dass das so weitergeht.“

Nach dem Rücktritt seines Vorgängers Norbert Miltz sei vieles im Rathaus liegengeblieben, erklärt Korell ohne Vorwurf. Dazu muss man wissen, dass in einer kleinen Kommune der Bürgermeister nicht nur an der Spitze der Verwaltung steht, sondern auch aktiv im Tagesgeschäft mitarbeitet. Fällt der Verwaltungschef aus, dann fehlt auch eine Vollzeitarbeitskraft – das spürten die Ottrauer ganz direkt bei der Bearbeitung von Anträgen oder auch Anfragen.

Konzentration auf Pflichtaufgaben

Er habe dieses Problem offen kommuniziert und die Menschen hätten dafür auch Verständnis gezeigt. Jetzt werde man die ganzen Baustellen Stück für Stück abarbeiten, verspricht der 28-Jährige und sagt, dass es in den kommenden Jahren keine Schaufensterprojekte geben werde, sondern man sich auf die Pflichtaufgaben konzentrieren müsse.

Apropos Baustelle. Die Sanierung der Ottrauer Wasserversorgung wird den jungen Bürgermeister durch seine erste Amtszeit begleiten. „Das ist der größte Brocken“, so Jonas Korell. In den vergangenen drei, vier Jahrzehnten sei es zu einem großen Investitionsstau gekommen, sagt der Verwaltungschef, aber ohne Vorwurf und mit Blick nach vorne. Bittere Konsequenz des Staus: Über 7 Millionen Euro müssen in den kommenden Jahren investiert werden, um das marode Netz auf den neuesten Stand zu bringen. Für eine kleine Gemeinde wie Ottrau sei das ein ziemlicher finanzieller Kraftakt, betont der 28-Jährige, der auch weiß, dass das Wasser für die Menschen mit Emotionen verbunden ist. Auch hier gelte es offen und transparent mit den Bürgern zu sprechen, um von vornherein Nebenkriegsschauplätze zu vermeiden, so Korell.

Perspektivisch müsse auch dieses Thema auf die interkommunale Bühne des Gemeindeverwaltungsverbands Südlicher Knüll gehoben werden, meint der Bürgermeister: „Das müssen wir angehen, das sind Dinge, die wir zukünftig nicht mehr allein stemmen können.“

Tourismus stärken

Im weiteren Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Ottrau, Oberaula und Neukirchen sieht Korell Chancen: „Die Fakten zeigen, dass wir auf die Zusammenarbeit angewiesen sind.“ Vermutlich bereits Im kommenden Jahr werde es zu einer möglichen Fusion eine ergebnisoffene Machbarkeitsstudie geben, die dann auch mit den Menschen zu diskutieren sei. „Dann werden wir sehen, wohin die Reise gehen wird.“

Wie die anderen Knüll-Kommunen ist auch Ottrau Teil des Naturparks Knüll. In dem Zusammenhang erhofft sich Korell auch Impulse für den Tourismus in seiner Gemeinde. Neben einem Premiumspazierweg – der Bürgermeister spricht von einem Aushängeschild – soll es auch bald Stellplätze für Wohnmobile geben.

Er sei für alle Ideen offen, sagt Korell und berichtet von einer möglichen gastronomischen Nutzung des alten Ottrauer Bahnhofs. (Matthias Haass)

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