Jagdpächter

Wolf im Bereich Schorbach gesichtet aber noch nicht vom Wolfzentrum Hessen bestätigt

Am späten Montagabend wurde bei Schorbach ein Wolf gesichtet. Unser Symbolbild zeigt ein Tier aus dem Wildpark Knüll.
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Am späten Montagabend wurde bei Schorbach ein Wolf gesichtet. Unser Symbolbild zeigt ein Tier aus dem Wildpark Knüll.

Auf eine Wolfssichtung im Bereich Schorbach machte uns in dieser Woche ein Leser aufmerksam.

Schorbach – In einer WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „Wolf-Monitor-Hessen-bürgerschaftliches Infonetzwerk“ wurde die Information. In einem unserer Zeitung vorliegenden Screenshot heißt es, dass der Wolf am Montag gegen 23.50 Uhr von einem Sachkundigen im Scheinwerferlicht identifiziert worden sei.

Dabei habe es sich um den Halter eines Herdenschutzhundes gehandelt.

Im Gespräch mit der HNA bestätigte der zuständige Jagdpächter Johannes Lücking den Wolf-Vedachtsfall. Er sei von einem Ottrauer Schäfer informiert worden. Im Revier selber habe man noch keine Auffälligkeiten feststellen können, so Lücking: „Das Rehwild ist nicht aufgeregt.“ Die Sichtung des Schäfers sei für ihn glaubhaft, der Schäfer sei sachkundig und habe das Thema ja schon aus Eigeninteresse im Blick. Vor einiger Zeit sei auch schon einmal ein Wolf im Bereich Oberaula gesehen worden, sagt der Jäger.

Das Wolfzentrum Hessen, eine Abteilung des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie, kann die Wolfssichtung noch nicht bestätigen. Eine Sichtung liege der Behörde nicht beziehungsweise noch nicht vor. Das muss aber nichts heißen.

Wolfssichtung bei Schorbach.

„In ganz Hessen ist jederzeit mit durchziehenden Wölfen zu rechnen. Ottrau-Schorbach liegt zudem in der Nähe des Wolfsterritoriums „Ludwigsau“, so ein Sprecher.

Erst Anfang Januar gab es nach Medienberichten im Ort Friedlos, einem Ortsteil von Ludwigsau im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, eine Wolfssichtung. Das Tier wurde damals von einem Hundehalter am frühen Morgen beim Gassigehen gesehen. Friedlos ist lediglich 25 Kilometer Luftlinie von Schorbach entfernt. Für einen Wolf sei diese Strecke kein allzugroßes Hindernis, weiß auch Johannes Lücking.

Schorbach und Ludwigsau-Friedlos liegen in der Nähe des Wolfsterritoriums „Ludwigsau“, in dem ein Wolfspaar lebt, erklärt der Sprecher. Ein Wolfsterritorium – das Gebiet, in dem ein Einzeltier, Paar oder Rudel sesshaft ist – ist in Deutschland durchschnittlich circa 250 bis 300 Quadratmeter groß.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg, insbesondere im Gebiet des Territoriums „Ludwigsau“, gibt es nach Angaben des Wolfzentrums Hessen immer wieder sichere Wolfsnachweise, zum Beispiel durch das Kamerafallenmonitoring des Wolfszentrums Hessen. „Zusätzlich gibt es nicht überprüfbare Meldungen wie Sichtungen, die als unbestätigter Hinweis erfasst werden“, so der Sprecher des Wolfzentrums.

Für die Bewertung von Wolfshinweisen gibt es bundesweit einheitlichen Kriterien (BfN-Skript Nr. 413). Es erfolgt die Einstufung als „sicherer Nachweis“, „bestätigter Hinweis“, „unbestätigter Hinweis“, „falsch“ oder „keine Bewertung möglich“.

Sichtungsmeldungen ohne Fotobeleg werden aufgrund fehlender Überprüfbarkeit als „unbestätigter Hinweis“ gewertet und in eine Datenbank aufgenommen. Solche Meldungen seien trotzdem ein wertvoller Beitrag zum Wolfsmonitoring, so das Wolfzentrum.

Begegnungen mit Wölfen seien selten, aber nicht auszuschließen, so der Sprecher des Wolfzentrums. In der Regel entfernt sich der Wolf, sobald er auf einen Menschen trifft. Sollte es dennoch zu einer Begegnung kommen, gilt: ruhig verhalten, Abstand halten, durch Sprechen oder Klatschen auf sich aufmerksam machen. „Keinesfalls dem Tier annähern oder es anlocken. Bitte die Begegnung dem Wolfszentrum Hessen melden“, heißt es vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie.

Info: zu.hna.de/wolfszentrum

(Matthias Haaß)

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