Rücktritt vom Rücktritt

Ottraus Bürgermeister möchte nun doch im Amt bleiben

Wo geht die Reise hin: Anfang Juni wollte Ottraus Bürgermeister Norbert Miltz noch sein Amt vorzeitig zur Verfügung stellen. Jetzt bleibt er wohl doch noch bis 2023 im Amt.
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Wo geht die Reise hin: Anfang Juni wollte Ottraus Bürgermeister Norbert Miltz noch sein Amt vorzeitig zur Verfügung stellen. Jetzt bleibt er wohl doch noch bis 2023 im Amt. 

Damit hat wohl niemand gerechnet. Ottraus Bürgermeister Norbert Miltz bestätigte am Dienstag im HNA-Gespräch seinen Rücktritt vom Rücktritt.

Er werde sein Amt bis zum 30. Juni 2023 wahrnehmen, sagte der Verwaltungschef: „Ich bin nicht amtsmüde.“

Seinen Ende Mai für 2021 angekündigten Rücktritt (HNA berichtete) möchte Norbert Miltz als Diskussionsvorschlag beziehungsweise als Angebot verstanden wissen. Die Umwandlung der hauptamtlichen Stelle des Bürgermeisters in das Ehrenamt habe er damals aus Verantwortungsgefühl für die Gemeinde Ottrau vorgeschlagen, betont der 63-Jährige. Da sich die Fraktionen einstimmig gegen die ehrenamtliche Lösung ausgesprochen hätten, bestehe zum aktuellen Zeitpunkt keine Grundlage mehr für seinen Vorschlag, sagte der Bürgermeister: „Darum bleibe ich im Amt.“

Ehrenamt oder Hauptamt

Grundsätzlich bleibt Norbert Miltz aber bei seiner Auffassung, dass der von Ihm vorgeschlagene Weg für Ottrau die bessere Lösung sei. Spätestens im kommenden Jahr werde sich die Gemeindevertretung wohl ohnehin mit dem Thema beschäftigen müssen, meint der Bürgermeister mit Blick auf die Bürgermeisterwahlen 2023.

Es sei fraglich, ob eine solche Debatte – die dann in die mögliche Änderung der Hauptsatzung münden müsste – durch bei der Kommunalwahl 2021 neue ins Amt gewählte Gemeindevertreter geführt werden könnte, so Norbert Miltz: „Ob das dann so zielführend ist, das möchte ich mit einem großen Fragezeichen versehen.“ Er habe seinen Vorschlag mit der Absicht eingebracht, die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Kommunen Ottrau, Oberaula und Neukirchen zu stärken und auszubauen. 

Ein hauptamtlicher Verwaltungschef könnte diesen Weg verbauen, so die Sorge des 63-Jährigen. Er frage sich, ob seine Kritiker interkommunale Zusammenarbeit überhaupt verstanden hätten, sagte Norbert Miltz weiter: „Ich hatte es mit meiner Idee eigentlich gut gemeint.“ 

Kosten im Blick behalten

Es sei nie seine Absicht gewesen, alles einfach hinzuwerfen und einen möglichen ehrenamtlichen Bürgermeister im Regen stehen zu lassen: „Wer mich kennt, der weiß das.“ Sein Ziel sei es gewesen, Geld zu sparen. Wenn Politik und Bürger aber sagen, dass ein hauptamtlicher Bürgermeister für Ottrau die bessere Lösung sei, dann sei das auch in Ordnung, betonte der Verwaltungschef: „Das ist dann aber mit den entsprechenden Kosten – insbesondere den Pensionsansprüchen – verbunden. Wer A sagt, muss dann auch B sagen.“ Nach wie vor sieht Miltz auf seine Gemeinde finanziell schwierige Zeiten zukommen.

Die Bürger werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen, ist der 63-Jährige überzeugt und befürchtet die Notwendigkeit für ein neues Haushaltsicherungskonzept. Es gebe durchaus Parallelen zur Finanzkrise, sagt der Immichenhainer. Damals sei Ottrau ganz gut durch die Krise gekommen und darauf hoffe er auch diesmal. „Ich werde diesen Prozess jedenfalls bis 2023 begleiten“, verspricht der Bürgermeister.

Von Matthias Haaß

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