Parlament lehnte aufwändige Erweiterungen der historischen Wache ab

Die Wache bleibt äußerlich weitgehend die alte: Für die Teams von Schwalm Touristik, Rotkäppchenland und Stadtmarketing wird das Gebäude saniert und mit einem seitlichen Eingang versehen. Archivfoto: Quehl 

Ziegenhain. Kontrovers wurden Anbaupläne an die historische Wache am Paradeplatz Ziegenhain diskutiert. Weder ein ein- noch ein zweigeschossiger seitlicher Anbau wird es werden.

Für den winterlichen Kälteschutz durch den unmittelbaren Eingang ins Innere soll aber eine Windfanglösung entwickelt werden. Alle Stadtverordnete stimmten dafür.

Denn die Reaktionen der Schwalmstädter auf die Anbaupläne waren meist ablehnend gewesen, resümierte Stefan Rehberg (CDU) in der jüngsten Stadtverordnetensitzung. Zwei Varianten für 245.000 Euro oder sogar 325.000 Euro inklusive der Gebäudesanierung waren vorab veröffentlicht worden, die Kosten und die befürchtete Verschandelung hatten die Öffentlichkeit abgeschreckt. Daher habe man in seiner Fraktion lange diskutiert und eine „Variante I a“ entwickelt. Diese fußt auf dem Entwurf, äußerlich nichts zu verändern, sondern im Bestand die Arbeitsplätze für die Touristiker und das Stadtmanagement zu schaffen. Hinzukommen soll ein etwa zehn Quadratmeter großer seitlicher Glaseingang an der hinteren Stirnseite des Gebäudes. Rehberg sagte, dass diese Veränderung den erforderlichen Kälteschutz gewähren werde, den baulichen Charakter eines Wachhäuschens haben könnte und den Geschmack der Bürger treffen werde.

„Jetzt werden hoffentlich alle zufrieden“, sagte SPD-Sprecher Michael Schneider. Er meinte, der Raumgewinn von 30 Quadratmetern durch einen einstöckigen Anbau hätte in keinem Verhältnis zu den Kosten gestanden.

Auch Frank Pfau (FDP) nannte die Variante Ia die beste, „aber die hätte von den Planern kommen müssen“, bemängelte er. Johannes Biskamp (Bündnis 90/Grüne) wies darauf hin, dass bei weiterem Platzbedarf auch anderer Büroraum zu finden wäre. Das Meinungsbildungsverfahren nannte er erfreulich transparent.

Von der Sorge um die historische Wache sprach FWG-Chefin Christel Bald, doch sei der Erwerb und die Nutzung der Wache unter den neuen Vorzeichen und eingerechnet die Landesförderung zumindest wirtschaftlich, eine andere Verwendung hätte man sich aber ebenfalls vorstellen können.

Die Stadt will das Gebäude vom jetzigen Eigentümer, dem Schwälmer Heimatbund, kaufen. Damit werden sich die Mitglieder des Vereins am Freitag, 28. November, beschäftigen. Dann geht es auch um die neue Unterbringung des Archivs, das im Obergeschoss der Wache lagert.

Von Anne Quehl

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