Karl-Jürgen Schote eröffnete vor 25 Jahren eine der ersten Sozialstationen

Pflege in guter Atmosphäre

Freuen sich auf das Sommerfest: Pflegedienstleiterin Marianne Keute (von links), Unternehmer Karl-Jürgen Schote und Runa Thiel, stellvertretende Pflegedienstleiterin. Foto: Rose

Gilserberg. Vor 25 Jahren eröffnete Karl-Jürgen Schote in einem Haus in Ziegenhain eine der ersten privaten Sozialstationen in der Region. Fünf Jahre später baute der Pflegepädagoge das Alten- und Pflegeheim Kikra in Gilserberg. Anfang August begeht der Unternehmer somit ein doppeltes Jubiläum, das er mit Bewohnern, Mitarbeitenden, Angehörigen und Gästen feiern wird. Vom demografischen Wandel ahnte man damals noch nichts, erzählt Schote, der seine theologische Ausbildung in Bethel absolvierte, Pflegepädagogik studierte und unter anderem die Krankenpflegeschule in Ziegenhain leitete und als Pflegedienstleiter im Krankenhaus tätig war.

„Es gab das Rote Kreuz und die Diakonie – man sah schlicht nicht den Sinn privater Einrichtungen.“ Anfangs betreute man vier Menschen, heute seien es etwa 90. „Aber durch die vielen Angebote ist das Einzugsgebiet kleiner geworden“, sagt Schote. Die Gemeinde Gilserberg sei seinerzeit mit dem Wunsch an ihn herangetreten, ein Altenheim zu bauen. Maßgeblich beteiligt waren der Hausarzt Dr. Joachim Klug und der damalige Bürgermeister Ernst Thiel, „die Lokomotiven“. Im Haus vorgesehen war 50 Plätze. Nach zwei Jahren erweiterte man den Komplex: Es wurden 64 Plätze geschaffen – bis heute ausreichend. Das Haus sei im Prinzip stets zu hundert Prozent ausgebucht: „Die Menschen auf dem Land schätzen noch immer die familiäre Atmosphäre eines kleinen Hauses“, ist der Leiter überzeugt.

Viele demente Bewohner

Ein Drittel der insgesamt 65 Mitarbeiter sei vom ersten Tag an im Unternehmen beschäftigt. Geändert habe sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem der Zustand der Bewohner: „Früher kamen sie mit dem gepackten Köfferchen, um einzuziehen. Heute sind es überwiegend Akutfälle aus der Klinik oder dem häuslichen Umfeld. Die Leute kommen erst, wenn es zuhause nicht mehr geht“, erklärt Schote. 60 Prozent aller Bewohner seien dement, ein anderer überwiegender Teil sitze im Rollstuhl.

Der Pflegeaufwand sei höher. Und das bei bundesweitem Personalmangel. Für zusätzliche Betreuung arbeiteten bei Kikra vier Kräfte – allein für Angebote wie kochen, backen, singen oder Gymnastik. Zudem werde im Haus Wert auf wöchentliche Gottesdienste gelegt. Im Wechsel übernimmt Schote, der auch Diakon ist, sie selbst, auch die örtlichen Pfarrer und katholische Kollegen aus Treysa. Die Sozialstation versorge das Hochland und Schwalmstadt, etwa im Radius von 30 Kilometern. 1998 entstand das zusätzliche Angebot des betreuten Wohnens, ebenfalls ein hessenweites Fortbildungszentrum für Pflegekräfte. 2003 baute Schote eine weitere Einrichtung in Schwarzenborn, 2008 übernahm sie Sohn Daniel Schote. Vor zehn Jahren erweiterte der Unternehmer die Küche des Kikra: Seitdem werden Schulen, Kindergärten und Feiern beliefert. „Etwa 300 Essen pro Tag“, erklärt Schote.

Von Sandra Rose

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