Auch Mitarbeiter infiziert

Corona-Quarantäne in Pflegeheim: Beschäftigte bekämpfen Ausbruch

Das Pflegeheim Bischoff in Neukirchen: 30 der 152 Bewohner sind mittlerweile Corona-positiv.
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Das Pflegeheim Bischoff in Neukirchen: 30 der 152 Bewohner sind mittlerweile Corona-positiv.

Ein gesamtes Pflegeheim in Neukirchen steht unter Corona-Quarantäne. Ein Bewohner ist bereits gestorben. Die Beschäftigten sind an der Belastungsgrenze.

Neukirchen – Das Pflegeheim der PTR Bischoff GmbH in der Kernstadt Neukirchen steht aufgrund zahlreicher Infektionsfälle mit dem Coronavirus weiter komplett unter Quarantäne. Im Gespräch mit der HNA berichtete Geschäftsführerin Alexandra Trümner, dass in der Einrichtung unvermindert mit allen verfügbaren Kräften an der Bewältigung der Lage gearbeitet werde.

Über 30 der 150 Bewohner seien aktuell PCR-nachgewiesen infiziert, zudem auch zwölf Mitarbeiter. Ein Bewohner, der aufgrund der Entscheidung seines Betreuers gänzlich ohne Impfschutz gewesen, sei in Zusammenhang mit Corona gestorben. Drei Bewohner müssten aktuell in einer Klinik versorgt werden (Stand 03.12.2021). Glücklicherweise würden die meisten geimpften Betroffenen einen eher leichteren Verlauf zeigen, es gebe unter ihnen auch Symptomfreie.

Corona-Quarantäne in Neukirchen: Große Herausforderung für die Pflegekräfte

In der Woche vor dem 1. Advent hatte unsere Zeitung erstmals über den Ausbruch in dem Haus berichtet. In der Zwischenzeit seien viele weitere Auffrischungsimpfungen möglich gewesen, bei Bewohnern wie bei Mitarbeitern, berichtete Alexandra Trümner. Nach einer Boosteraktion durch den Betriebsarzt konnten laut Trümner vor Kurzem auch noch mehrere Dutzend Angehörige von Mitarbeitern und weitere Außenstehende mit Impfungen versorgt werden.

Sie unterstrich, dass ihre Teams „Unglaubliches leisten“, die Ausbreitung sei weiterhin auf das Haupthaus in der Niederrheinischen Straße begrenzt. Ein entscheidendes Instrument sei die Separierung der Infizierten von den übrigen Bewohnern.

Corona-Quarantäne für Pflegeheim: „Alle Möglichkeiten ausgeschöpft“

Leider sei es trotz intensiver Recherchen und Gespräche in verschiedene Richtungen nicht gelungen, zusätzliche Unterstützung von außen zu mobilisieren, etwa durch die Bundeswehr. Zum Beispiel umfängliche Umräumarbeiten seien erforderlich. Auf dem Arbeitsmarkt seien keine Kräfte verfügbar, „wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft“.

Dem ganzen Mitarbeiterstamm – viele würden derzeit auf Urlaub und Freizeiten verzichten – sei umso mehr zu danken. Die Belastungen seien sehr hoch, schon allein das Arbeiten mit der Corona-Schutzausrüstung von Kopf bis Fuß und die andauernden Testroutinen für alle forderten ihren erheblichen Tribut. (aqu)

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