Erste Vorstellung der Ingenieure: Keine Fußgängerzone in der Bahnhofstraße

Pläne begeisterten nicht

Keine Fußgängerzone: Die gleiche Ansicht wie oben in der Computeranimation des Büros Oppermann. Repro: Decker

Ziegenhain. Ganz oben auf der Tagesordnung der Ausschüsse zur Stadtverordnetenversammlung stand die Umgestaltung der Bahnhofstraße in Treysa, wenn die neuen Leitungen verlegt werden. Darüber sollte eigentlich heute Abend, Donnerstag, im Stadtparlament entschieden werden sollte.

Bürgermeister Dr. Gerald Näser zog jedoch einen neuen Beschlussvorschlag des Magistrats aus der Tasche, diese Entscheidung in den April zu verschieben, damit auch die Anwohner, die Geschäftsleute und der Ortsbeirat zuvor angehört werden könnten. Am 19. März, 19 Uhr, sei eine Informationsveranstaltung im Haus für Gemeinschaftspflege geplant, so Näser. Dann werde das Planungsbüro Oppermann die Pläne allen Interessierten vorstellen.

Nichtsdestotrotz präsentierte Heiko Völke, Geschäftsführer bei Oppermann, seine Powerpointpräsentation zur Treysaer Einkaufsmeile mitsamt dem vorderen Teil der Wagnergasse. Völke erläuterte auch die Sachlage, dass die Bahnhofstraße eine Landesstraße sei und auch noch mindestens 15 Jahre bleiben müsse (Anmerkung der Redaktion: Die Förderung der Wieragrundstraße schreibt vor, dass diese Gemeindestraße ist). Folge: Nur in Abstimmung mit Hessen Mobil sei die Gestaltung der Bahnhofstraße, die folglich noch lange Durchgangsstraße bleibt, möglich.

Planungsziele sind für den Verkehrsexperten die Aufwertung des öffentlichen Raums, Stichwort „Flanierqualität“. Das soll mit der Verengung der Fahrbahn und der Verbreiterung der Gehwege erreicht werden. Die Bepflanzung solle verringert, aber qualitativ verbessert werden. Eine barrierefreie Streckenführung sei in Absprache mit Hephata entstanden. Nicht geplant ist ein Tempolimit, Hessen Mobil wolle keine Einschränkung, jedoch ergäbe sich eine niedrige Durchfahrtsgeschwindigkeit von selbst, so Völke.

Nach der ausführlichen Darstellung der möglichen Veränderungen herrschte bei den Ausschussmitgliedern eine gewisse Ratlosigkeit vor. Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Otto, CDU, meinte: „Eigentlich hatten wir etwas anderes im Kopf, wir wollten für die Bahnhofstraße etwas Schönes machen, und das ist für die nächsten 15 Jahre nicht möglich.“

Dr. Jochen Riege, Bündnis 90/Die Grünen hielt dagegen: „Wenn wir die Zwalmstraße zur Landstraße machen könnten, hätten wir ganz andere Möglichkeit. So ist es nichts Halbes und nichts Ganzes.“ Dr. Constantin H. Schmitt, FDP, sagte: „Da möchte man nicht flanieren, es müsste viel mehr Platz für Fußgänger sein durch eine Einbahnstraßenregelung.“

Etwa 1 Mio. Euro

Bei der Nachfrage von Reiner Grebe, SPD, wie hoch die Kosten seien und wer was bezahle, musste Alexander Inden vom Bauamt passen, er habe die Unterlagen nicht dabei, aber es ginge ungefähr um eine Million Euro. 500 000 Euro übernehme das Land, 150 000 Euro kämen aus der Städtebauförderung und 350 000 Euro von den Stadtwerken, so Inden.

Am Ende des Tagesordnungspunktes schienen die Ausschussmitglieder erleichtert, nicht über den Vorschlag abstimmen zu müssen.

Von Christiane Decker

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