650 000 Euro werden in den Kirchplatz gesteckt – Parkplätze und Aussichtsbalkon

Platz erwacht zum Leben

Kanal verlegt, die Oberflächen werden neu hergestellt: Der Kirchplatz und die Gassen rundherum zeigen sich als Großbaustelle.

Treysa. In vollem Gange sind die Umgestaltungsarbeiten auf dem Kirchplatz in Treysa. Laut Mitteilung der Stadtverwaltung hatte nach dem Okay der Stadtverordnetenversammlung ein mehrmonatiger Planungsprozess eingesetzt, die Abstimmung bezog Kirche, Denkmalpflege und Ortsbeirat sowie den Stadtgeschichtlichen Arbeitskreis ein. Die Planung hatte das Landschaftsarchitekturbüro Latz-Riehl-Partner (Kassel). Die Arbeiten, für die die Firma Balzer aus Dautphetal den Zuschlag bekam, werden voraussichtlich bis zum Jahresende fertig, die Baukosten betragen rund 650 000 Euro.

Laut Büroinhaber Wigbert Riehl gibt es drei Bereiche, die Stadtkirche wird mit einem gepflasterten Natursteinbelag großzügig eingefasst. Zum Angel hin entsteht ein Bereich mit öffentlichen Parkplätzen. Der Parkdruck dort ist derzeit hoch. Der dritte Bereich befindet sich hinter Kirche zur Stadtmauer. Riehl: „Dieser lag bisher eher in einem Dornröschenschlaf.“ Nun solle er attraktiver werden.

Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck erklärte dazu, dass der Kirchplatz sehr in die Jahre gekommen war. Erneuert wird er im Rahmen der Kanalsanierung, ebenso der Neue Weg. Schwierzeck wies darauf hin, dass dort im Mittelalter ein Dominikanerkloster stand, „aber unabhängig von der Geschichte des Ortes geht es uns auch um die Funktionalität“. Eingesetzt wird Geld aus der Stadtsanierung, die bald ausläuft. Schwierzeck stellte auch heraus, dass Investitionen in den öffentlichen Raum auch oft bei den privaten Eigentümern Verbesserungen auslösen, man hoffe, dass nun das ein oder andere Haus saniert oder instandgesetzt wird, „die Oberstadt braucht weitere Entwicklungen“.

Als Pflaster werden vorhandene Sandsteine aus der Oberstadt von Treysa verwendet, sie waren zwischengelagert. Wigbert Riehl: „Das ist eine Form von Nachhaltigkeit, es schont Ressourcen.“ Für die bessere Begehbarkeit werden die Steine an der Oberseite etwa zwei Zentimeter glatt abgeschnitten.

Auf der Stadtmauer soll es einen kleinen Aussichtsbalkon geben, damit dieser Ort besser erlebbar wird. Schwierzeck: „Derzeit ist – zu unserem großen Ärger – der Bereich hinter der Kirche oft ein Rasen, den einige Einwohner als Hundeklo missbrauchen. Wir möchten aber den historischen Ort wieder ins allgemeine Bewusstsein holen.“ Der Aussichtsbalkon solle außerdem den Blick nach Frankenhain und auf den Schwalmberg ermöglichen und als Anlaufpunkt für Stadtführungen dienen.

Der Planer hat sich bei der Gestaltung an der bestehenden Säuleneichengruppe orientiert, der Baum betone das hohe Kirchengebäude sehr gut. Deshalb gibt es zwei Hauptpflanzen, die Säuleneiche, sie trennt künftig auch den Raum zum Parkplatz ab, die neuen Beete werden mit Wildrosen (rosa multiflora) bepflanzt. Riehl: „Dieser Rosentyp blüht sehr ansprechend und ist -– wie die Eiche – ein christliches Symbol.“

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