Fast vergessenes Grab des polnischen Kriegsgefangenen verlegt

Platz für letzte Ruhe

Loshausen. Das Grab von Stanislaus Liberacki lag einsam an der Hecke des ehemaligen Loshäuser Friedhofs – direkt neben der Kulturscheune. Einzig ein Holzzaun schützte den verwitterten Grabstein. In enger Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Kassel wurde die Umbettung seiner Grabstätte geplant. In diesem Herbst fand die Exhumierung seiner Überreste statt. Seine letzte Ruhestätte findet Stanislaus Biberacki auf dem Urnengräberfeld des kommunalen Friedhofs in Loshausen.

Nun wurde der vorhandene Grabstein aufbereitet und eine neue Grabplatte mit Blumenschale angebracht. Die Gemeinde Willingshausen bedankt sich beim Bestattungsinstitut Merz für die Spende des neuen Sargs sowie bei der Fa. Riehl&Hehlgans für die gute Zusammenarbeit.

Es ist belegt, dass Liberacki 1940 als Kriegsgefangener ins Stalag IX A Ziegenhain kam. Von dort wurde er als Zwangsarbeiter in ein Arbeitskommando eingeteilt.

Familienanschluss

Liberacki arbeitete auf einem Bauernhof in Loshausen. Es wird berichtet, dass er in Loshausen bei einem Landwirt arbeiten konnte, der ihn gut behandelte. Es heißt zum Beispiel, der Bauer habe ihn und einen französischen Kriegsgefangenen am Tisch mit der Familie essen lassen. Der Überlieferung nach hat man Liberacki am 27. Februar 1944 am Mittagstisch vermisst. Der französische Kriegsgefangene soll losgegangen sein, um ihn zu suchen. Er fand ihn im Stall. Der 28-jährige Stanislaus Liberacki hatte sich erhängt.

Motiv unklar

Über das Motiv für seinen Selbstmord ist nichts bekannt. Die anderen polnischen Kriegsgefangenen wurden befragt. Sie konnten allerdings keine Angaben zum Tod Liberackis machen. (syg/tl/nh)

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