Carola von Winterfeldt (74) aus Mengsberg engagiert sich für Bedürftige in Rumänien

Projekt hilft den Ärmsten

Hilfe für alte Menschen: Für Hilfsbedürftige wurde eine Stelle geschaffen. Foto: nh

Mengsberg. Carola von Winterfeldt hat viel Elend gesehen: Elend, dass die Mengsbergerin zusammen mit anderen Frauen aus der Region lindern möchte. Winterfeldt gehört Soroptimist International an, einen seiner Sitze hat der Serviceclub unter anderem in Marburg.

Jetzt möchte die Mengsbergerin, die unter anderem das Hephata Seniorenzentrum an der Breslauer Straße in Treysa mit aufbaute, den Gedanke des Helfens auch in der Schwalm stärker verankern. Am morgigen Sonntag wird sie zusammen mit anderen Frauen im Haus für Gemeinschaftspflege ihre Projekte vorstellen.

Seit elf Jahren engagiert sich von Winterfeldt für die Ärmsten in Rumänien - für Kinder, Jugendliche, aber auch alte Menschen. Jedes Jahr reist sie dazu nach Sibiu, der Partnerstadt Marburgs. Angefangen habe der Club mit Päckchen-Aktionen für Kinder. „Zweimal im Jahr haben wir etwa 500 Kartons gefüllt mit Sachspenden, Krankenbetten und Rollatoren nach Rumänien gebracht“, erklärt die 74-Jährige.

Finanziell unterstützt haben die Frauen auch rumänische Jugendliche: „Mit 18 Jahren müssen die jungen Leute aus dem Waisenhaus raus - oft ohne Perspektive und eine Wohnung“, sagt von Winterfeldt. Im Januar 2013 trieb der Club die Idee einer ambulanten Altenbetreuung voran, der Leiter vor Ort ist Teodor Padurean.

Dahinter verbergen sich aktuell zwei Projekte: Einerseits die ambulante Altenbetreuung - hierfür wurde eine Vollzeitkraft eingestellt. Sie kümmert sich derzeit um 17 alte Menschen. „Hierzu gehört der Haushalt, sie macht Besorgungen, geht mit den alten Menschen spazieren und erledigt nötige Behördengänge“, erzählt von Winterfeldt. Das Angebot nutzen dürfen all jene, die im Monat unter 200 Euro Rente erhalten, die gebrechlich sind und weder Verwandte noch Nachbarn haben, die sich kümmern können. „Dieses Projekt wird ausschließlich aus Spenden über die Marburger Soroptimistinnen finanziert“, erklärt die 74-Jährige. Es bestünde eine enge Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und mit der Sozialabteilung des Rathauses.

Ein weiteres Angebot ist die Betreuung junger Schüler aus ganz armen Verhältnissen. „Derzeit sind es zehn Schüler, drei von ihnen sind Patenkinder von Soroptimistinnen und einer freiwilligen Spenderin“, sagt von Winterfeldt. Unterstützt würden drei junge Leute mit 30 Euro im Monat - das seien in etwa die Kosten für die Busmonatskarte und für Schulmaterial. Zudem würden die Kinder mit Kleidung versorgt. Die sieben weiteren Kinder versorge der Club ebenfalls mit Kleidung sowie Lebensmitteln, Heften und Bleistiften. „Schulmaterial und Busfahrten müssen ab Klasse zehn von den Eltern finanziert werden. Wenn es daran scheitert, wird den Kindern ein ordentlicher Schulabschluss verwehrt“, erläutert von Winterfeld. 

Von Sandra Rose

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