Elke Hofmann hat ein Buch über die Vernaer Familie Wiegand geschrieben

Ein Puzzle der Geschichte

Historischer Fund: Ein Foto von der Hochzeit von Justus und Anna Wiegand in Verna 1934. Repro: Rose

Verna. Elke Hofmann beschreibt es als „Schreibzwang“. Der befiel sie um Ostern 2010. Schon vorher hatte sich die gebürtige Vernaerin mal mehr, mal weniger intensiv mit der Erforschung ihrer Familiengeschichte beschäftigt: Doch vor fünf Jahren gab sie dem Impuls nach und begann, ihre Ergebnisse aus Recherchen und Gesprächen aufzuschreiben. Daraus ist ein knapp 130-seitiges Buch entstanden: „Schmeeds aus Verna“.

„Ich glaube, Auslöser war der Tod meines Vaters Albert Wiegand. Da ist mir klar geworden, dass vieles verloren geht, was nicht geschrieben festgehalten ist“, erzählt die 54-Jährige, die in Wernswig lebt.

Kein gerader Weg

Der Weg ihrer Nachforschungen war nicht gerade – denn als Hofmann bei ihren Forschungen im Jahre 1750 ankam, verlor sie den Faden: „Ich versuchte, ihn am anderen Ende der Dorfgeschichte, etwa 1590, wieder aufzunehmen und diese beiden Teile zu verbinden“, erklärt die Lehrerin.

Eine der größeren Herausforderungen sei in der Recherche die Namensgleichheit vieler Vernaer gewesen. „Es gab zwei Mal den Namen Jakob Wiegand, aber das war noch gar nichts gegen den Namen Johannes“, erinnert sich Elke Hofmann.

Name tauchte häufig auf

Im Heimatarchiv und im Kirchenbuch sei der Name zuhauf aufgetaucht, auf 45 Seiten. „Daraus ergaben sich fünf laufende Stränge mit dem Namen Wiegand.“ Die ältesten Wiegands seien etwa um 1620 erwähnt. Aus alten Saalbüchern [Register] gehe hervor, dass die Männer mit dem Namen Wiegand in Verna immer mehr wurden: „Es waren bis zu elf im Dorf.“ Trotz aufwendiger Recherche sei es ihr aber nicht gelungen, alle fünf Stränge zusammenzubringen, so die 54-Jährige.

„Schmeeds“ ist übrigens der Hausname der Wiegands. „Er geht zurück auf fünf Generationen Schmiedemeister“, erklärt Elke Hofmann, die zwölf Generationen zurück verfolgt hat. Geschrieben hat die Lehrerin ihr Buch in erster Linie für die Familie: Mittlerweile ist sie aber überzeugt, dass das Werk auch andere Interessenten findet.

Denn neben der eigenen Familiengeschichte hat sie auch Spannendes über Verna selbst zutage gefördert: Details zur Besiedlungs- und Baugeschichte sowie sämtlichen Hausnamen.

Name seit 420 Jahren

Heute weiß Elke Hofmann: „Seit 420 Jahren halten wir den Namen in Verna aufrecht.“ Darüber hinaus könne sie mit Sicherheit sagen, dass die Liste im Kirchenbuch älter als das darauf notierte Datum ist, „der Pfarrer war bereits 1663 am Ort. Die Liste trägt erst das Datum ab 1699“.

Die Recherche beschreibt sie wie ein Puzzle: „Es sind viele kleine Mosaiksteine, die irgendwann ein Bild ergeben.“

Historiker gesucht

Als neues Projekt möchte Elke Hofmann das Ortssippenbuch abschließen. Gern würde sie sich stärker austauschen: „Ich suche einen Historiker, der sich mit Regionalgeschichte auskennt, habe aber noch keinen gefunden“

Aktuell sei sie zudem auf der Suche nach Fotos alter Vernaer Häuser: „Ich würde mich freuen, wenn die Menschen ihre Alben öffnen. Denn das wird mein nächstes Projekt.“

HINTERGRUND

Von Sandra Rose

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