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Rangelei im Bus Angeklagter verletzt 42-jährige Busfahrerin

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Amtsgericht Treysa
Verantworten musste sich vor dem Amtsgericht ein Mann wegen versuchter Körperverletzung. © Celine Kühn

Ein 21 Jahre alter Mann musste sich vor der Jugendrichterin des Amtsgerichts in Treysa verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, sich im vergangenen August einer Körperverletzung schuldig gemacht zu haben. Laut Anklageschrift soll der Mann die Fahrerin eines Busses gegen eine der Stangen im Fahrzeug geschubst haben. Dabei hatte sich die 42-jährige Frau aus dem Altkreis die Schulter geprellt.

Schwalmstadt - Das Urteil: 80 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Der Angeklagte, der zunächst nicht zur Verhandlung erschienen war und von der Polizei abgeholt werden musste, bestritt die Tat und sagte aus, dass er sich an nichts erinnern könne. Neben der Geschädigten waren sowohl zwei weitere Zeuginnen als auch eine Vertreterin der Jugendgerichtshilfe und ein Dolmetscher für den Angeklagten anwesend.

Die Geschädigte schilderte, dass der Angeklagte mit vier weiteren Freunden gegen 22 Uhr in ihren Bus eingestiegen sei. Die Gruppe sei stark alkoholisiert gewesen und habe sich lautstark unterhalten. Diesen Eindruck bestätigte auch eine der Zeuginnen. „Die Männer waren auf Krawall gebürstet. Der Angeklagte ist mir besonders aufgefallen“, sagte eine 17-Jährige.

Als der Angeklagte seine Maske abnahm und die Fahrerin ihn mehrfach aufforderte, die Maske wieder aufzusetzen, eskalierte die Situation zum ersten Mal. „Er war sehr aufgebracht über meine Aufforderung. Sein Freund beruhigte ihn jedoch“, sagte die Busfahrerin. Der Aufforderung zum Aufsetzen der Maske sei der 21-Jährige aber nicht nachgekommen, stattdessen habe er sein T-Shirt ausgezogen.

Außerdem habe die Gruppe bereits untereinander gerangelt und aggressiv diskutiert. „Ich habe an der nächsten Haltestelle in Asterode angehalten und bin zu der Gruppe gegangen. Ich habe sie aufgefordert, zu gehen“, erinnerte sich die Frau. „Ich musste eingreifen. Ich hatte ja auch noch andere Fahrgäste.“ Zwei Mädchen, die sich ebenfalls im Bus befanden, hatte die Fahrerin bereits sicherheitshalber nach vorne geschickt. „Mir wurde die Situation zu riskant. Ich hatte Angst“, erklärte eine zweite Zeugin. Dann kam es zu einer Rangelei zwischen dem Angeklagten und der Busfahrerin: Als sie zum hinteren Ende des Busses ging und die Männer bat, den Bus zu verlassen, habe der Angeklagte um sich geschlagen. Er habe versucht, die Fahrerin mit der Faust zu schlagen, beim Ausweichen sei sie dann einen Schritt zurück gegangen. Der Angeklagte habe sie an der Schulter gepackt und sie gegen die Stange gedrückt. Der Freund des Angeklagten sei dazwischen gegangen und habe ihn beruhigt. „Ich bin dann mit den zwei Mädchen raus, dort haben wir auf die Polizei gewartet“, sagte die Busfahrerin.

Auch nach der Aussage der Geschädigten blieb der Angeklagte dabei, dass er sich an die Tat nicht erinnern könne. Die drei Frauen konnten den Mann jedoch eindeutig identifizieren. Die Jugendgerichtshilfe schlug vor, den Angeklagten nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen, obwohl er zum Zeitpunkt der Tat bereits als Heranwachsender galt. Begründet wurde dies aufgrund von Unreife und möglichen Entwicklungsverzögerungen. Die Jugendrichterin stimmte dem zu und verurteilte den Angeklagten zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Weiterhin sei der Einfluss des Alkohols bei der Beurteilung der Strafe berücksichtigt worden. Sollte die gemeinnützige Arbeit nicht erbracht werden, können Auflagen oder ein Arrest von bis zu sechs Wochen verhängt werden.

Von Celine Kühn

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