Gemeindevertretung spricht sich gegen die Alternativstrecke von Südlink aus

Resolution ist auf dem Weg

Starkstrommasten: Beim Netzausbau von Nord- nach Süddeutschland führt die Südlink-Trasse nach Grafenrheinfeld in Bayern, auf ihrem Weg könnte sie quer durch die Schwalm laufen. Foto: dpa

Ottrau. Einstimmig sprachen sich die Ottrauer Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstag für eine Resolution gegen die Stromtrasse Südlink aus. Nachdem die Gemeinde Frielendorf in dieser Woche die Resolution angekündigt hatte (wir berichteten), ist Ottrau die erste Gemeinde im südlichen Landkreis, die nun eine beschlossen hat.

Bürgermeister Norbert Miltz sagte, dass sich die Kommunen von nördlichen Schwalm-Eder-Kreis bis hinein ins Oberhessische zusammen schließen wollen. Er brachte den Vorschlag ein, Vertreter des Netzbetreibers Tennet, die Südlink errichten will, einzuladen. So können die Gemeindevertreter mehr über die Trasse erfahren.

Er warnte zudem vor einem vereinfachten Verfahren, dass für die Stromtrasse möglich wäre, weil auf Teilen der Strecke bereits Hochspannungsleitungen entlangführen. „Das würde noch weniger Rechte für uns bedeuten.“

Markus Knoch (FWG) hatte eine Infoveranstaltung von Tennet besucht: Ottrau wurde Anfang des Monats informiert, andere Gemeinden hätten noch gar keine Informationen bekommen. Erst durch Vorschläge aus der Bevölkerung zu der geplanten Trassenführung (Variante Mitte/West) sei es zu der Verschiebung gen Osten, in Richtung Ottrau gekommen.

„Entweder Südlink oder Windkraft“, sagte Knoch, beides sei nicht möglich. Das betrifft auch die Gemeinde. Derzeit werde der ein Kilometer breite Korridor der Trasse geplant. Und Erdverkabelung sei nur unter bestimmten Umständen möglich, berichtete Knoch weiter.

Miltz kritisiert, dass Tennet nicht früher mit der Gemeinde in Kontakt trat. Bereits im November werde die Firma einen Antrag an die Bundesnetzagentur stellen, den Verlauf der Trasse zu prüfen.

Matthias Wettlaufer (CDU) schloss sich dem an: „Ich hatte nicht den Eindruck, dass Tennet umfänglich informiert.“ Erst kürzlich hätten die Gemeindevertreter von der Alternativtrasse erfahren – aus der Zeitung. Doch er warnte vor Hysterie, denn der Vorschlag durch die Schwalm werde schlechter bewertet als die eigentlich geplante Trassenführung. Mehr Transparenz sei nötig, so der CDU-Sprecher. Er forderte, eine unabhängige Fachstelle zu beauftragen, das Vorhaben Südlink zu überprüfen und fragte, warum die Trasse nicht durch Thüringen führen könnte.

Die Gemeinden sollten, sagte Wettlaufer, den Dialog miteinander suchen und sich nicht gegeneinander ausspielen lassen.

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Von Claudia Schittelkopp

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