22-Jähriger wegen Drogenbesitzes und Fahren unter Betäubungsmitteln verurteilt

Es roch nach Marihuana

Treysa. Wegen unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, Betäubungsmittelbesitzes und Fahrten unter Drogeneinfluss hatte sich ein junger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Jugendschöffengericht in Treysa zu verantworten.

Vor genau einem Jahr wurde der 22-Jährigen schon einmal wegen Drogendelikten vom Jugendgericht Schwalmstadt zu 50 Sozialstunden verurteilt. Da der Wohnsitzlose die Arbeitsstunden aber nicht abgeleistet hatte und zwischenzeitlich abgetaucht war, kam er aus der U-Haft zu seiner Verhandlung. In Handschellen saß der junge Mann nun wie ein trotziges, vorlautes Kind vor demselben Richter wie damals und verfolgte mehr oder weniger aufmerksam die Verhandlung.

Die Sachlage war eindeutig: Laut Staatsanwaltschaft Marburg waren bei dem Mann im vergangenen Frühjahr im Zuge mehrerer Fahrzeugkontrollen größere Mengen Drogen gefunden worden. Im Kern der Anklageschrift ging es um 500 sogenannte Konsumeinheiten verschiedener Betäubungsmittel wie Marihuana und Cannabis. „Da liegt doch Handel nahe“, stellte der Richter fest.

Eine Annahme, die der Angeklagte vehement von sich wies: „Ich habe keinen Handel getrieben.“ Er habe die Drogen nur für den Eigenbedarf gebraucht. Die Menge sei sein damaliger Monatsbedarf gewesen. „Das würde ja bedeuten, dass Sie sechzehnmal am Tag, alle halbe Stunde, Drogen genommen hätten“, rechnete der Richter vor, konnte dem 22-Jährigen damit aber nur ein Schulterzucken entlocken.

Schäbiges Fahrzeug

Ausschlag für die Kontrollen sei weniger das Fahrverhalten des Mannes gewesen, sondern vielmehr das schäbige Fahrzeug. Man habe schnell gemerkt, dass da irgendwas nicht in Ordnung sei, sagte einer der beteiligten Polizeibeamten im Zeugenstand: „Wir haben bei der Kontrolle den typisch süßlichen Marihuanageruch wahrgenommen und eine große Menge gefunden, die wir normalerweise so nicht haben.“

Knapp zwei Wochen später geriet der Mann mit seinem Auto wieder in eine Polizeikontrolle und wieder wurden Drogen gefunden. „Bei der Vorgeschichte haben wir gedacht, schauen wir mal“, schilderte ein anderer Polizist.

Zu Jugendstrafe verurteilt

Da die Beweisaufnahme den Verdacht des Drogenhandels nicht erhärten konnte, ließ der Staatsanwalt den Vorwurf des Drogenhandels fallen, sah aber Drogenbesitz und das Fahren unter Drogeneinfluss als erwiesen an. „Es kommt nicht auf die Fahrtüchtigkeit an, sondern auf die Fahrsicherheit. Wenn die Drogen im Blut sind, dann sind sie auch im Kopf.

Am Ende verurteilte das Schöffengericht den Angeklagten zu einer Jugendstrafe von neun Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. „Sie sollten ihr Leben in geregelte Bahnen bringen“, mahnte der Richter.

Von Matthias Haaß

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