Der Gilserberger Landwirt Christian Ende lässt Eier in einem Hühnermobil legen

Der rollende Hühnerstall

Geräumig: Im mobilen Hühnerstall von Christian Ende leben die Hennen in eher kleinen Tiergruppen. Foto: Göbel

Gilserberg. Ein fahrbarer Hühnerstall, in dem glückliche Hennen ihre Eier legen: Dieses System ist unter Landwirten noch nicht sehr weit verbreitet, doch immer mehr Bauern rüsten auf diese ökologische und tiergerechte Technik um. Einer von ihnen ist Christian Ende aus Gilserberg, der nun den ersten mobilen Hühnerstall im Hochland betreibt.

Vor sechs Jahren übernahm der gelernte Agrartechniker einen Landwirtschaftsbetrieb in Gilserberg. Eigentlich erzeugt der 31-Jährige Ferkel auf seinem Hof. Doch nun hat Ende seinen Betrieb um 250 Hühner erweitert. „Ich habe das Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, mich betrieblich mit dem Schwerpunkt der Direktvermarktung weiterzuentwickeln“, sagt der Landwirt. „Auf einem Seminar habe ich das System des Hühnermobils kennengelernt und war sofort überzeugt davon.“

Artgerechte Haltung

Die Vorteile des mobilen Hühnerstalls liegen für Ende auf der Hand: Artgerechte Haltung in kleinen Tiergruppen und eine hohe Flexibilität. „Wenn die umzäunte Grasfläche von den Hühnern abgeweidet wurde, schiebe ich den Anhänger einfach 40 Meter weiter und die Tiere haben wieder frisches Gras“, erklärt Ende. Zudem betreibt sich der mobile Hühnerstall quasi von selbst, der benötigte Strom wird durch Solarzellen auf dem Dach des Stalls produziert.

In zwei Ebenen

Unterteilt ist der rund 40 Quadratmeter große mobile Hühnerstall in zwei Ebenen. Im oberen Bereich sind Sitzstangen, Futtertrog und Wasserstellen installiert. Die untere Etage ist hingegen mit Strohhäcksel eingestreut, ein so genannter Kaltscharrbereich. „Hühner haben einen natürlichen Drang zu scharren. Das können sie dort ausleben“, erklärt Ende.

Den gesamten Tag haben die 250 Hühner die Möglichkeit, im Freien herumzulaufen. Die Klappe wird per Monduhr gesteuert, die im Stall eingebaut ist. Morgens öffnet sich die Klappe von allein und abends schließt sie sich auch wieder.

Die Legenester des Mobils sind mit Dinkelspelz eingestreut. „Das hat den Vorteil, dass die Eier keinesfalls verunreinigt sein können, da die Hühner die Eier durch Bewegung in das Dinkelspelz nach unten verdrängen“, erläutert Ende. Rund 220 Eier täglich produzieren Endes Hühner. Wenn es nach dem Willen des Landwirts geht, soll die Produktion noch weiter ausgebaut werden. Dies richtet er nach dem Absatz der Eier.

Verkauf im Automaten

Für den Verkauf plant Ende in den kommenden Wochen einen Eier-Automaten direkt an der B3 in Gilserberg vor der ehemaligen Gaststätte Mittler aufzustellen.

Dort können die Eier dann täglich rund um die Uhr für 30 Cent pro Stück erworben werden.

Beleuchtete Hinweisschilder werden den Automaten jederzeit sichtbar machen.

Zwar ist sich Ende bewusst, dass er im Gegensatz zur herkömmlichen Freilandhaltung mit höheren Investitionen rechnen muss. Doch die Qualität der Eier und das umweltfreundliche Verfahren haben ihn völlig überzeugt.

Von Daniel Göbel

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