In Merzhausen sollen künftig Informations- und Hinweistafeln auf das kulturelle Erbe aufmerksam machen

Rundgang durch die Geschichte

Heinrich Keller

Merzhausen. Die Denkmaltopographie bescheinigt dem Erhalt der historischen Dorfanlage Merzhausens aus wissenschaftlichen, sozialgeschichtlichen und künstlerischen Gründen ein öffentliches Interesse. Im Zuge der Dorferneuerung soll jetzt auf das Kulturerbe aufmerksam gemacht werden. Informations- und Hinweistafeln an prägnanten Punkten des Dorfes sollen an Gebäude und Lebensformen erinnern, erklärt Heinrich Keller, Sprecher des Arbeitskreises Dorferneuerung.

Die Jüdische Gemeinde:

Bis 1938/1940 gab es in Merzhausen eine jüdische Gemeinde. Zu ihr zählten auch die jüdischen Bewohner Schrecksbachs und Willingshausens. Sie nutzten in Merzhausen eine Synagoge, eine Schule und ein rituelles Bad (Mikwe). Erhalten ist noch die jüdische Schule, außerdem erinnert ein Friedhof an die jüdischen Nachbarn. Im Ortskern befindet sich auch das Haus von Salomon Spier, der aus der Deportation zurückkehrte und dort zwei Jahre später an den Folgen der Misshandlungen starb.

Die Wasserburg:

Der älteste Teil Merzhausens liegt vermutlich in dem kreisförmig von Erbsengasse und Ziegenhainer Straße abgegrenzten Bereich. Dort soll sich die Wasserburg befunden haben, die 1759 abgebrannt ist. Heute erinnern daran nur noch zwei barocke Portalpfosten.

Merzhäuser Mühlen:

Bis in die 1960er-Jahre gab es in Merzhausen zwei Mühlen: die Mühle Itzenhäuser an der heutigen Ziegenhainer Straße und die Wiesenmühle in Richtung Gungelshausen. Die Rede ist außerdem von der Weiterhausischen Dorfmühle. Bis er verrohrt und zugeschüttet wurde, prägte außerdem der Mühlgraben den Ort Merzhausen. Daran erinnert noch ein Mahlstein auf dem Platz gegenüber der Metzgerei Klein.

Adelsgeschlechter:

Merzhausen wird 1254 erstmals erwähnt. Im 16. Jahrhundert besaß die Adelsfamilie Schetzel zwei Drittel des Ortes und die von Weitershausen ein Drittel. Von den adligen Grundherren erhalten ist noch das Weiterhausensche Wohnhaus. Das Fachwerkhaus wurde 1663 errichtet und ist das älteste im Dorf. Vom ehemaligen Forsthaus ist nur noch der Türsturz aus dem Jahr 1735 am Brunnenplatz erhalten.

Von Sylke Grede

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.