Schönborner diskutierten bei Bürgerversammlung über die Zukunft ihrer Feuerwehr

Sabbatmonat für die Wehr

Ernste Gesichter: Im Schönborner Dorfgemeinschaftshaus wurde am Dienstagabend über die Situation der Feuerwehr gesprochen. Fotos: Decker

Schönborn. Die Bürgerversammlung zur Situation der Schönborner Feuerwehr begann am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus mit einem Appell des Bürgermeisters Birger Fey, gemeinsam verschiedene Szenarien zu durchdenken. Nachdem der bisherige Wehrführer aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedergelegt hatte, steht die Freiwillige Feuerwehr des 117-Einwohner-Dorfes möglicherweise vor dem Aus (wir berichteten).

Gemeindebrandinspektor Norbert Mühling referierte drei denkbare Alternativen, die sich in den bisherigen Gesprächen abgezeichnet hätten:

• Es findet sich ein Ehrenamtlicher, der die Fortbildung zum Wehrführer durchläuft, Schönborn bliebe als eigenständige Einsatzabteilung erhalten.

• Es gibt eine engere Kooperation mit den Feuerwehren aus Leimsfeld und Obergrenzebach, die bisher schon den gemeinsamen Löschbezirk „Oberschönfeld“ bilden, die Einsatzabteilung bliebe auch hier erhalten, jedoch ohne eigene Führung.

• Die dritte Möglichkeit sei die Auflösung der Wehr.

Laut Helmut Dörrbecker, Ortsvorsteher, wohnen von den offiziell 16 Mitgliedern der Einsatzabteilung nur noch zehn im Ort, fünf davon sind über 50 Jahre alt. Eine Jugendfeuerwehr gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Die aktiven Mitglieder erklärten, eine Ausbildung zur Wehrführung käme für sie aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage.

Die Möglichkeit, quasi eine Außenstelle von Leimsfeld und Obergrenzebach zu bilden, diskutierten die knapp 40 Anwesenden ausführlich, wobei sich zwei Schwerpunkte herauskristallisierten. Die Motivation der bisher Aktiven leide – neben nur kurz angesprochenen internen Problemen - vor allem an den vielen Fehlalarmen eines großen Leimsfelder Unternehmens. „Immer nachts zwischen drei und vier Uhr, da kann ich mir schon den Wecker stellen“, empörte sich eine Feuerwehrfrau. Das müsse anders werden. Und zweitens sei es dringend notwendig, neue Mitglieder zu gewinnen, denn von den bisherigen wollten sich nicht alle auf eine Fortsetzung ihres Ehrenamtes festlegen.

Der Abend endete mit dem Vorschlag des Bürgermeisters, gemeinsam mit dem Ortsvorsteher und dem Gemeindebrandinspektor noch vor der nächsten Jahreshauptversammlung alle in Frage kommenden Schönborner zu besuchen und sie in einem persönlichen Gespräch zu überzeugen, sich bei der Feuerwehr aktiv zu engagieren. 20 Einwohner erfüllen die gesetzliche Vorgabe der Altersspanne von 17 bis 60 Jahren Außerdem bat Fey alle bisher Aktiven, in sich zu gehen und sich für eine weitere aktive Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr zu entscheiden. „Ihr bekommt von mir dafür kein Sabbatjahr, das ist mir zu lang, aber einen Sabbatmonat“, beendete Bürgermeister Fey den Diskussionsabend. 

Von Christiane Decker

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