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Mann misshandelt Ehefrau – Zwei Jahre und sieben Monate Haft

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Wegen Angriffen auf seine Ehefrau und seine Tochter musste sich ein 35-Jähriger vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. Archi
Wegen Angriffen auf seine Ehefrau und seine Tochter musste sich ein 35-Jähriger vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. © Lea Beckmann

Wegen Angriffen auf seine Ehefrau und seine Tochter musste sich ein 35-Jähriger vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. Das Urteil: Zwei Jahre und sieben Monate Haft.

Schwalmstadt. Das Amtsgericht Schwalmstadt hat im Prozess gegen einen 35-jährigen Mann ein Urteil gesprochen. Der Angeklagte muss für zwei Jahre und sieben Monate ins Gefängnis, dazu muss er seine Alkoholsucht in einer Entziehungsklinik bekämpfen. Bei der Urteilsverkündung war der Mann nicht anwesend.

Zwischen 2018 und 2020 hat der 35-Jährige seine Ehefrau, aber auch seine kleine Tochter und einen Passanten unter Alkoholeinfluss körperlich misshandelt, HNA berichtete. Der Täter beging alle Taten unter Bewährungsauflagen, schon früher hatte er sich „an seinen Partnerinnen abgearbeitet“, wie es im Laufe des Prozesses hieß und musste Haftstrafen absitzen.

Die Liste der Taten, für die der Angeklagte verurteilt wurde, ist lang. Alle Taten beging er, nachdem er getrunken hatte. Er hat seine schwangere Ehefrau nach einem Streit aus ihrem Auto gezogen. Dabei sei sie auf ihren Bauch gefallen, dem Kind ist zum Glück nichts passiert. Als seine Frau ihm an einem anderen Tag die Autoschlüssel verweigerte, würgte der 35-Jährige sie. Nachdem er von ihr abließ, griff er sich die gemeinsame Tochter und zerschlug mit dem Säugling auf dem Arm vor Wut eine Glasscheibe.

Aggressiv gegen das eigene Kind

Ein anderes Mal würgte der Beschuldigte seine Frau. Sie konnte sich nur durch einen Griff in seinen Unterleib befreien.

Des Weiteren soll der Mann versucht haben, seine Frau von einer Treppe zu treten. Hier konnte sie gerade noch so ausweichen. In der Küche trat der Angeklagte eine Backofentür kaputt und schubste seine schwangere Frau zu Boden. Beim Fußballspielen im Garten hat er seine kleine Tochter mit einem Lederball getroffen. Einen Fahrradfahrer, der ihn bat, sein Auto zur Seite zu fahren, hatte er geschlagen und gewürgt. Außerdem gestand er, ohne Fahrerlaubnis Auto gefahren zu sein.

Die Noch-Ehefrau des Angeklagten schilderte vor Gericht eine Ehe, die „die Hölle auf Erden“ gewesen sei. Er habe täglich bis zur Besinnungslosigkeit getrunken und dabei auch Amphetamine konsumiert. Die Aggressionen und Streitereien seien immer von ihm ausgegangen. Sie sei täglich von ihm beschimpft worden, von Freunden habe sie sich distanzieren müssen, da er sehr schnell eifersüchtig wurde.

Einmal kam er nach Hause und beschuldigte mich, Auftragskiller auf ihn angesetzt zu haben. Der Grund dafür: Ein schwarzes Auto fuhr hinter ihm, und er fühlte sich verfolgt

Frau über Ehemann

„Einmal kam er nach Hause und beschuldigte mich, Auftragskiller auf ihn angesetzt zu haben. Der Grund dafür: Ein schwarzes Auto fuhr hinter ihm, und er fühlte sich verfolgt“, berichtete die Frau. Die Taten, für die ihr Mann verurteilt wurde, waren wohl nur die Spitze des Eisbergs. Inzwischen leben die Eheleute getrennt und streben die Scheidung an.

Einweisung in Entzugsklinik

„Der Angeklagte muss an seiner Alkoholabhängigkeit arbeiten. Bisher stolpert er durchs Leben und hält sich an der Flasche fest“, urteilte der medizinische Sachverständige. Seine Taten stünden im direkten Zusammenhang mit seinem Alkohol- und Drogenkonsum. Der 35-Jährige habe das sich selbst noch nicht eingestanden und inszeniere sich als Opfer.

Die Vorsitzende Richterin und die beiden Schöffen sahen das ähnlich und ordneten in ihrem Urteil die Unterbringung des Täters in einer Suchtklinik an. Die Zeit in der Klinik wird nach erfolgreichem Bewältigen von der Haftstrafe abgezogen.

„Ohne den stationären Zwang wird es bei ihm nichts werden mit der Abstinenz. Dass der Angeklagte nicht erschienen ist, halten wir nicht für ein Zeichen, dass ihm diese Verhandlung egal ist. Vielmehr glauben wir, er schafft einfach keine Terminvereinbarungen“, erklärte die Richterin das Urteil. „Wir wünschen ihm, dass er irgendwann sein Leben in den Griff bekommt und er für seine fünf Kinder ein guter Vater sein kann.“ (Philipp Knoch)

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