Erhard und Hannelore Stein aus Rommershausen feiern heute Diamantene Hochzeit

Schleierriss brachte Glück

Diamantene Hochzeit: Heute vor 60 Jahren gaben sich Erhard (80) und Hannelore (79) Stein das Jawort. Foto: Rose

Rommershausen. An einem schönen, etwas windigen Frühlingstag Anfang April gaben sich Erhard und Hannelore Stein im Jahre 1955 in Rommershausen das Jawort: Dabei brachte den beiden ausgerechnet ein Riss im Schleier das Glück.

„Ich erinnere mich genau, dass der Wind meiner Braut den Schleier vom Kopf riss und mir unter den Schuh wehte“, erzählt Erhard Stein (80). Heute feiern die Rommershäuser ihre Diamantene Hochzeit.

Kennen lernte sich das Paar im Oktober 1953. Hannelore Staufenberg fuhr damals mit ihrer Mutter zu einer Goldenen Hochzeitsfeier nach Thüringen. In Ifta, Erhard Steins Geburtsort, war am selben Wochenende Kirmes. Und dort trafen sich die jungen Leute zum ersten Mal. „Schon im Dezember bin ich dann über die Grenze gemacht“, erklärt Erhard Stein. Nach der Heirat im Frühjahr 1955 zog der Bräutigam mit seiner Angetrauten ins Haus der Schwiegereltern in Rommershausen ein.

Bald kündigte sich Nachwuchs an, eine Tochter wurde geboren. 1958 bereicherte ein Sohn die Familie. Im Haus wurde es der Familie alsbald zu eng, so dass Steins neu bauten. „Ursprünglich wollten wir anbauen, erhielten aber keine Genehmigung“, erinnern sie sich.

Und so war die Familie die erste, die ein Haus im Bahnhofsweg errichtete. Erhard Stein sorgte als Zimmermann für das Einkommen - er war unter der Woche auf Montage, später bekleidete er mit seinem Trupp eine Stelle als Polier. Hannelore Stein versorgte die Kinder, Haus und Garten und kümmerte sich um ihre Eltern. Die zogen nur ein Jahr später direkt neben ihre Tochter: Steins bauten nebenan für sie ein weiteres Haus. „Mein Schwiegervater war Maurer, und so konnten wir viel selbst machen“, erzählt Erhard Stein. Mit 50 Jahren musste der Rommershäuser krankheitsbedingt in Rente gehen: Immer wieder machten Nerven im Bein Probleme, 1994 musste der Unterschenkel amputiert werden. Seitdem trägt Erhard Stein eine Prothese.

Spaß am Singen

Hannelore Stein hatte neben der Pflege des Anwesens Spaß am Singen: Lange Jahre ging sie zu den Übungsstunden des Damensingkreises in Treysa, auch stickte und knüpfte sie gern. Erhard Stein engagierte sich in seiner Freizeit zudem kommunalpolitisch: Von 89 bis 2001 im Ortsbeirat - zwischenzeitlich war er Ortsvorsteher - und von 1997 bis 2006 als Stadtverordneter. Das gemeinsame große Hobby der Steins war immer der Garten.

Den haben der 80-Jährige und seine 79-jährige Frau zwar mittlerweile reduziert: Aber der Anbau von Gemüse, Obst und Blumen macht beiden noch immer viel Spaß. Ein Geheimnis für ihre beständige Ehe hätten sie nicht, lächeln sie: „Aber wird haben immer alles zusammen beredet und auch entschieden.“

Heute, an ihrem Ehrentag, erwarten Erhard und Hannelore Stein zu Gottesdienst, Mittagessen und Kaffeetafel ihre Familie, darunter drei Enkel und drei Urenkel.

Von Sandra Rose

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