Schnee zum Frost wäre günstig für die Ernte

Schwalm-Eder. Der Winter war bislang besonders mild, dem Boden fehlte der Frost. Auswirkungen auf die Ernte im Landkreis hat das bisher aber nicht.

Das bestätigt Dr. Bernd Wenck, Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes Kurhessen (Homberg). Die Aussaat des Wintergetreides und des Rapses sei im Oktober erfolgt. Die Pflanzen seien schon etwas mehr gewachsen als bei jahreszeitlich kalter Witterung - aber noch nicht überwachsen, sodass den Bauern dadurch keine Einbußen bei der Ernte drohen.

Spannend wird es in den nächsten Tagen, denn die Wetterlage stellt sich gerade um. „Probleme kann es dann geben, wenn wir keine geschlossene Schneedecke auf dem Feld haben und starker Frost kommt.“ Denn die Schneedecke schützt die Pflanzen vor Schäden oder dem Erfrieren, sagt der Experte.

Frost hilft sogar dabei, die Pflanzen abzuhärten. Wegen der wochenlang zu warmen Temperaturen seien die Pflanzen bisher nur wenig gekräftigt, sagt Wenck. „Erst, wenn wir um minus 20 Grad bekommen und der Frost auf den kahlen Boden trifft, könnten Gefahren für die Ernte bestehen“, meint Wenck.

Der Frost dezimiert auch Mäuse und andere Schädlinge, die auf den Feldern leben und die Pflanzen angreifen könnten. Dass die Tiere aber aufgrund des milden Winters momentan ein besonderes Problem für das Getreide darstellen, kann der Fachmann nicht bestätigen.

Auch die gefühlte Nässe durch viel Niederschlag wirke sich nicht negativ auf die Ernte aus: „Es war nicht zu nass im Herbst“, sagt Wenck. Die Pflanzen hätten vielmehr nach der Aussaat gut anwachsen können. Zudem sei der Boden durch den späten und trockenen Sommer noch nicht mit Wasser gesättigt und könne noch immer Feuchtigkeit aufnehmen und speichern.

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