Margarethe und Konrad Dülfer feiern am Heiligen Abend ihre Diamantene Hochzeit

Die schönen Locken entzückten

Glücklich seit 60 Jahren: Margarethe und Konrad Dülfer. Foto: Decker

Sebbeterode. Genau heute vor 60 Jahren gaben sich Margarethe und Konrad Dülfer aus Sebbeterode ihr Eheversprechen. Obwohl beide aus dem kleinen Ort stammen, waren sie sich als Kinder gleichgültig. Der vier Jahre ältere Konrad spielte mit den anderen Jungen oder half seinem Vater in der Landwirtschaft. Margarethe kümmerte sich um ihre kleineren Geschwister und half ihrer Mutter im Haushalt.

Als 16-Jährige begann sie, sich mit fünf Freundinnen jeden Sonntag zur Spinnstube zu treffen. Sie plauderten und strickten und stickten. Ihr späterer Mann Konrad kam eines Tages mit einem Klassenkameraden zu den sechs jungen Frauen, um ihnen das Tanzen beizubringen. „Er hatte so schöne Locken, wie hätte ich mich da nicht sofort in ihn verlieben können“, berichtete Margarethe.

So richtig gefunkt habe es zwischen ihnen beiden, als sie gemeinsam ein Theaterstück anschauten, erinnerte sich Konrad. Seine Besuche in der Spinnstube wurden zur Regel und er brachte auch Freunde mit. Wenn ihnen die Handarbeiten der Mädchen zu lange dauerten, durchtrennten die jungen Männer das Garn, um die Arbeit zu beenden und gemeinsam Spiele zu spielen. In großer Runde gingen sie auf der damals kaum befahrenen B3 Hand in Hand spazieren oder fuhren zu Tanzveranstaltungen. „Ich weiß noch, wie Konrad mich eines Nachts auf dem Fahrrad von Sachsenhausen auf der Schotterpiste nach Richerode gefahren hat“, lacht die 80-Jährige. „Ich musste ja morgens pünktlich zur Arbeit erscheinen.“

Als ihre Schwiegermutter in spe erkrankte, kündigte Margarethe ihre Stelle auf dem Hofgut Richerode und kümmerte sich bereits zwei Jahre vor ihrer Hochzeit um den Haushalt der späteren Schwiegereltern. „Das war schon viel Arbeit“, erzählte die rüstige Seniorin. Ihr Mann arbeitete als Maurer und war den ganzen Tag weg, während sie sich mit dem Schwiegervater auch noch um die Landwirtschaft kümmerte.

Mit den Jahren gaben sie die Landwirtschaft Stück für Stück auf. „Als wir die letzte Kuh verkauften, habe ich bitterlich geweint“, erinnert sich Margarete.

Die Eheleute entdeckten ihre Leidenschaft für das Reisen und besuchten Wien, das Allgäu und Ungarn. Im nächsten Jahr wollen sie wieder eine große Reise machen, auch wenn das Ziel noch nicht fest steht. Am Heiligabend kommt der Bürgermeister zum Gratulieren und den Zweiten Weihnachtstag, den Tag ihrer kirchlichen Trauung, beginnen sie mit ihren 60 Gästen in der Kirche. Der gemischte Chor, bei dem beide Gründungsmitglieder sind, wird den Gottesdienst begleiten. Danach freuen sie sich auf ein Fest mit ihren Verwandten und Freunden in Leos Kulturscheune. (zcd)

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