Feuerwehr Schrecksbach

Alles rund um die Absturzsicherung: Feuerwehren bilden sich weiter

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Technikeinsatz: Ausbilder Bernhard Eller demonstrierte die Rettung mithilfe Schleifkorbtrage und Drehleiter.

Statt mit Pumpen und Schläuchen beschäftigten sich zehn Feuerwehrleute aus dem Schwalm-Eder-Kreis rund um die Absturzsicherung mit Seilen, Karabinern und Bandschlingen.

Auf Initiative von Gemeindebrandinspektor Thomas Schier organisierte die Feuerwehr Schrecksbach erstmals ein Absturzsicherungsseminar. Das Besondere: Bis vor Kurzem wurden solche Seminare in der Regel an der Landesfeuerwehrschule in Kassel organisiert und nicht auf Gemeindeebene.

Richtige Ausrüstung für die Sicherung 

Die Leitung des Seminars lag in den Händen von Bernhard Eller. Tobias und Benjamin Götz unterstützten. Das ehrenamtliche Ausbilderteam kam von der Feuerwehr Neukirchen. Die Brandschützer aus der Knüllstadt brachten nicht nur ihr Wissen mit ein, sondern stellten für das Seminar auch zwei Drehleitern und Material zur Verfügung.

Das dreitägige Seminar fand in Röllshausen und in Neukirchen statt. Am ersten Tag habe es eine theoretische Einführung in die Materie gegeben, informiert Benjamin Roßkopf, einer von zwei stellvertretenden Gemeindebrandinspektoren in Schrecksbach.

Technikeinsatz: Ausbilder Bernhard Eller demonstrierte die Rettung mithilfe Schleifkorbtrage und Drehleiter.

Gemäß der Vier-Stufen-Methode (Vormachen, Erklären, Nachmachen, Üben) beschäftigten sich die Teilnehmer am zweiten Tag intensiv mit dem Gerätesatz Absturzsicherung. Dazu gehören nicht nur Sicherheitsgurte und Seile, sondern auch Bandschlingen, Karabiner, Bandfalldämpfer und Rohrhaken. 

Damit könne man sich beispielsweise an Gerüsten sichern, erklärt Roßkopf. Außerdem wurden Knoten gelegt und gestochen und der Aufbau der Sicherungskette geübt. Jedem sei dabei klar geworden, dass das Leben eines Menschen von der richtigen Ausrüstung abhänge, sagt Benjamin Roßkopf.

Alle Handgriffe müssen sitzen

Am letzten Seminartag galt es dann das Erlernte in die Praxis umzusetzen. Bei einem Ausbildungsabschnitt mussten sich die Teilnehmer am Feuerwehrhaus Neukirchen vom Balkon aus dem zweiten Geschoss abseilen.

Beim Blick in die Tiefe machte sich bei so manchem Brandschützer ein Ziehen in der Magengegend bemerkbar – letztlich kletterten aber alle über die Brüstung. 

Die Anspannung habe sich schnell gelegt und dann habe es sogar Spaß gemacht, berichtet Roßkopf schmunzelnd: „Mit seiner humorvollen Art hat Bernhard Eller für Beruhigung sorgen können.“ 

Nach der Abseilübung ging es dann bergauf. Mit Seil und Rohrhaken gesichert mussten die Feuerwehrleute die Drehleiter besteigen.

Den vertikalen Vorstieg übten die Teilnehmer an einer Brücke des Bahnradwegs in fünf Metern Höhe. „Hier hat man schnell gemerkt, wie wichtig Konzentration ist, um Fehler zu vermeiden“, so der stellvertretende GBI. Höhepunkt der Ausbildung bildete eine Übung an Silos der Firma Raiffeisen in Neukirchen.

Nach dem Seminar sei es wichtig dranzubleiben, betont Benjamin Roßkopf: „Die Inhalte müssen stetig wiederholt werden, damit im Ernstfall alle Handgriffe sitzen.“

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