Aus zwei mach eins: Flexibler Logistiker zuständig für Wasserversorgung rund um Röllshausen

Modular: Bürgermeister Andreas Schultheis und Gemeindebrandinspektor Thomas Schier sind von dem Rollcontainerkonzept überzeugt.

Mit ihrem Tragkraftspritzenfahrzeug Logistik, im Feuerwehrsprachgebrauch TSF-Logistik genannt, verlässt die Feuerwehr Röllshausen ausgetretene Pfade. „Es ersetzt nicht nur einen alten Schlauchwagen, sondern auch das alte Tragkraftspritzenfahrzeug aus Salmshausen – wir machen aus zwei Autos eins“, erklärt Gemeindebrandinspektor Thomas Schier.

Ein pragmatischer Ansatz, der von Schrecksbachs Bürgermeister Andreas Schultheis gelobt wird: „Das Fahrzeug ist zweckmäßig und ohne Schnickschnack.“

Das TSF-Logistik ist nach dem Einsatzleitwagen, das zweite Fahrzeug, das auf Grundlage des neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan (BEP) beschafft wurde. Der schnittige rote Wagen kostete die Gemeinde rund 72 000 Euro. Das Fahrgestell wurde vom Land gestellt. „Wir sind im finanziellem Rahmen geblieben“, freut sich der Verwaltungschef.

Tragkraftspritzenfahrzeuge gibt es viele im Schwalm-Eder-Kreis, TSF-Logistik sind bislang noch selten. In dem hessischen Feuerwehrverwaltungsprogramm Florix habe man es erst anlegen müssen erzählt der Gemeindebrandinspektor schmunzelnd.

Die Besonderheit des modernen Einsatzfahrzeugs ist der Laderaum am Heck mit Ladebordwand. Dort haben zwei Rollcontainer Platz. Vorne ist ein Gerätekoffer für die TSF-Normbeladung. Sind die Rollcontainer nicht an Bord, kann der flexible Logistiker zum Beispiel Sandsäcke transportieren. Seine Leistungsfähigkeit habe das TSF-Logistik bereits bei einigen Einsätzen, unter anderem bei den Flächenbränden im Sommer unter Beweis gestellt, zeigt sich Schier zufrieden.

Mit der Beschaffung arbeitet Schrecksbach den 2018 beschlossenen BEP Schritt für Schritt weiter ab. Das mit den Wehren entwickelte Fahrzeugkonzept wolle man nach Möglichkeit bis 2023 umsetzen, erzählt Bürgermeister Schultheis.

In die Modernisierung des Fuhrparks investiert die Gemeinde rund 800 000 Euro. Natürlich nicht auf einmal, beruhigt der Verwaltungschef: „Die Belastung teilt sich auf die Jahre auf.“ Geld, dass gut angelegt sei, so Schultheiß mit Blick auf zunehmende Herausforderung für die Feuerwehren: „Die Gesamtsituation hat sich geändert.

Man habe den Feuerwehren der Gemeinde Aufgabenschwerpunkte zugeordnet und an diesen orientiere sich auch die zukünftige Fahrzeugausstattung, erklärt der Gemeindebrandinspektor.

Röllshausen ist für die Wasserversorgung über lange Wegstrecke verantwortlich: „Auf dem neuen Fahrzeug sind dafür 860 Meter B-Schlauch verlastet, dazu kommen zwei Pumpen und ein weiterer Rollcontainer mit zusätzlichen 500 Meter Schlauch.“ Der Bereich Technische Hilfeleistung wird durch die Feuerwehr Schrecksbach abgedeckt. Dafür soll die Kernortwehr nicht nur ein neues Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz bekommen, sondern auch einen gut 12 Tonnen schweren Gerätewagen-Logistik mit Zusatzbeladung Technische Hilfeleistung und Seilwinde.

Für Röllshausen sehe der Bedarfs- und Entwicklungsplan noch ein Staffellöschfahrzeug mit 2500 Liter Löschwassertank vor, so Thomas Schier: „Dann ist alles neu.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.