Blühwiese in Holzburg sucht Paten

Hier sollen sich Bienen und Insekten wohlfühlen: Andree Grein aus Holzburg, dessen Familie e inen Hof in 14. Generation betreibt, will mithilfe von Patenschaften eine Blühwiese anlegen. Foto: Sandra Rose

Andree Grein (28) aus Holzburg möchte Insekten mehr Nahrung, Tieren mehr Deckung bieten – gemeinsam mit seiner Familie hat sich der studierte Agrarwissenschaftler ein besonderes Projekt ausgedacht. Er sucht Paten für Blühwiesen.

Denn genau die will der 28-Jährige künftig anlegen, zunächst auf etwa 3000 Quadratmetern Ackerland, das die Familie aus der Produktion nehmen möchte. „Dies ist mit Kosten verbunden, deshalb suchen wir Paten“, erklärt der Holzburger, dessen Familie den Betrieb in 14. Generation betreibt.

Greins leben vom Ackerbau, der Rinder- und Hähnchenhaltung. André Grein ist im Außendienst beschäftigt, möchte den Hof aber später übernehmen. Kürzlich hat er sein Projekt auf Ebay Kleinanzeigen vorgestellt – „bis jetzt war das eher enttäuschend, es gab so gut wie keine Resonanz“, berichtet er. Es sei der Versuch, herauszufinden, ob das Thema in der Gesellschaft wirklich angekommen sei oder ob es vielen nur um „Lippenbekenntnisse“ gehe.

Wenn es nach Greins geht, könnte die Aussaat der zwölf Komponenten – darunter Ölrettich, Sommerwicken, Buchweizen, Phacelia und Persischer Klee – je nach Witterung im März beziehungsweise April beginnen.

Frühestens im Februar des folgenden Jahres würden die Flächen ein Mal bearbeitet, um sie wieder neu anzulegen. Paten würden für eine Fläche von 50 Quadratmetern 25 Euro zahlen – das Ganze gelte für ein Jahr. „Es gibt keine Grenze, wie viele Flächen ein Pate von uns bewirtschaften lässt“, erklärt Grein.

Alle Paten sollen auf einem Schild direkt an der Wiese vermerkt werden. Es wird ein Schild an der Blühwiese geben, worauf alle Paten vermerkt sind. „Natürlich kann jeder Pate die Wiese besuchen und sich auch die eine oder andere Blume mitnehmen“, sagt der 28-Jährige.

Flächen nachhaltig zu bewirtschaften sei heute für Landwirte wichtig, beispielsweise empfehle sich ein Zwischenfruchtanbau für im Winter brachliegenden Flächen. „Senf und Rettich etwa bedecken den Boden, fördern die Bodenstruktur und bieten dem Wild eine Nahrungsquelle“, verdeutlicht Grein.

Bereits im vergangenen Jahr habe die Familie Blühflächen angelegt, berichtet der Landwirt: „Sie sahen nicht nur schön aus, sondern wurden von verschiedenen Vogelarten auch als Brutplatz genutzt.“ Die Motivation, sich an einem solchen Projekt zu beteiligen, schätzt Grein auf dem Land als eher niedriger ein: „Bei den Städtern ist das Thema einfach schon angekommen.“

Die Subventionen seien bei der Bevölkerung in Verruf geraten, „aber auch Blühflächen sind als Ackerkultur zu sehen – und das muss entlohnt werden“. Greins hoffen nun auf viele Förderer, um die Artenvielfalt vor ihrer Haustür zu erhalten.

Kontakt: holzburgerbluehwiese@gmail.com

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