Einweihung im August 1921

Ehrenmal in Röllshausen ist 100 Jahre alt - Erinnerung an Gefallene und Vermisste aus Erstem Weltkrieg

Steinmetz Benjamin Ritter bei der Restaurierung einer Namentafel am Ehrenmal Röllshausen.
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Steinmetz Benjamin Ritter bei der Restaurierung einer Namentafel am Ehrenmal Röllshausen.

Nach dem Ersten Weltkrieg ließ die Gemeinde Röllshausen am Friedhof ein Denkmal zur Erinnerung an die gefallenen oder vermissten Mitbürger und zur Mahnung für die Lebenden, den Frieden zu wahren, errichten.

Röllshausen – Das Ehrenmal wurde am 7. August 1921 vom Entwurfsplaner, dem Architekten Max Hummel aus Kassel, enthüllt und unter großer Anteilnahme der Gemeinde feierlich eingeweiht. Darauf macht der Röllshäuser Heimatforscher Konrad Selentschick aufmerksam.

Der damalige Ortspfarrer Ferreau vermerkte dazu in der Kirchenchronik Röllshausen das Folgende: „Am 7. Aug ust 1921 wurde das Kriegerdenkmal eingeweiht. Über die Vorarbeiten unterrichten die Akten. Es ist auf Entwurf des Prof. Hummel Cassel aufgestellt.“ Dann berichtet Pfarrer Ferrau über die Beteiligung vieler Röllshäuser bei der Herrichtung des Baugeländes auf dem recht steil abfallenden Gelände auf dem unteren Teil des Friedhofs, den Bauarbeiten und der gärtnerischen Gestaltung. Die Maurerarbeiten führte Johann Georg Schäfer aus.

Feier mit 2000 Menschen

Zu der Einweihungsfeier für das Ehrenmal führte Ortspfarrer Ferrau unter anderem das Folgende aus: „Die Einweihungsfeier selbst hatte einen erhebenden Verlauf. Fahnenträger erschienen feldmarschmäßig ausgerüstet (etwa 20 bis 30 Mann). Dazu eine Menge von Kriegervereinen.

Der Zug nahm bei der Kirche Aufstellung. Posaunenchöre schritten voran. Es läuteten die Glocken vom Schönberg. Ein Feldgeistlicher in Uniform an der Spitze der Krieger. Posaunenchöre und Gemeinde eröffneten am Denkmalplatz die Feier, zu der annähernd 2000 Menschen erschienen waren, mit dem gemeinsam gesungenen Prof. Hummel übergab dann der Gemeinde das Denkmal.

Übergabe der Namensliste: von links Hans Roth, Bürgermeister Andreas Schultheis, Ortsvorsteher Bernd Helmbold und Konrad Selentschick.

Glockengeläut, Kirchenchor und Gedichte

Während der Enthüllung läuteten die Glocken, die Posaunen spielten, die Fahnen neigten sich, die Gewehrsektionen präsentierten, der Ortspfarrer verlas die Namen der Gefallenen. Der Kirchenchor sang. Nach Angaben von Ortspfarrer Ferrau folgten nun Gedichtvorträge von einzelnen Gemeindebürgern, Liedbeiträge der Chöre und Ansprachen verschiedener Persönlichkeiten, unter anderem vom damaligen Bürgermeister Schäfer.

Bereits 18 Jahre nach der Einweihung des Ehrenmals brach der Zweite Weltkrieg aus. Waren es im Ersten Weltkrieg 34 gefallene und vermisste Röllshäuser gewesen, so waren durch den Zweiten Weltkrieg 96 Gefallene und Vermisste zu beklagen. Die Gemeinde Röllshausen ließ deshalb die Anlage in 1954 um das bestehende Denkmal mit einer Ehrenhofmauer erweitern, in die die Gedenktafeln eingelassen sind.

Im Herbst 2020 erfolgte eine Sanierung der teilweise stark verwitterten Namentafeln durch den Steinmetzbetrieb Ritter aus Neukirchen. Man hofft, die diesjährige Gedenkfeier zum Volkstrauertag wieder an der Denkmalanlage abhalten zu können. (Sylke Grede)

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