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Feuerwehr Schrecksbach zieht in Scheune

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Von: Matthias Haaß

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Das Foto zeigt die Scheune.
Bauernhof wird Feuerwehrstandort: In diesem Scheunengebäude in der Kasseler Straße 17 soll zukünftig die Feuerwehr untergebracht werden. © Gemeinde Schrecksbach

Der Gordische Knoten ist zerschlagen. Nach vier Jahren lebhafter Diskussion in den Gremien und im Ort bekommt die Feuerwehr Schrecksbach ein neues Feuerwehrhaus.

Schrecksbach – Statt eines Neubaus oder dem Umbau des bestehenden Feuerwehrhauses setzen die Schrecksbacher aber auf Nachhaltigkeit. Geplant ist der Umbau einer Scheune in der Kasseler Straße 17 – grob gesagt gegenüber der Tankstelle. Dort wird die Gemeinde ein Grundstück für Bauplätze erwerben, inklusive der Scheune und einem Wohnhaus, HNA berichtete. In namentlicher Abstimmung votierten die Gemeindevertreter für das Projekt.

Der Umbau könnte bereits 2024 starten, sagte Bürgermeister Andreas Schultheis. Mit der Scheunenlösung seien alle zufrieden, freute sich Schultheis. Die Feuerwehr bekommt einen modernen Standort und bleibt trotzdem im Dorf und der beliebte Schlossgarten wird nicht zugebaut – diese Befürchtung hatten der Ortsbeirat und viele Schrecksbacher.

Das Foto zeigt das Innere der Scheune. Zu sehen sind unter anderem die Holzbalken, die die Scheune tragen.
Ein Blick in das Innere der Scheune: Der Umbau beginnt vermutlich 2024. © Gemeinde Schrecksbach

Auch die übergeordneten Stellen wie zum Beispiel das Brandschutzamt und Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar befürworten das Vorhaben, berichtete der Bürgermeister: „Das bestehende Feuerwehrhaus könnte dann vom DRK genutzt werden.“

Daniel Platte, Gemeindebrandinspektor und Wehrführer der Kernortwehr, war sichtlich erleichtert. Er sei froh, dass nun eine Lösung gefunden worden sei: „Das ist das Nonplusultra für die Feuerwehr Schrecksbach.“

Günstiger als ein Neubau

In einer Machbarkeitsstudie hatten Planer die Umsetzbarkeit festgestellt und auch eine erste Kostenschätzung abgegeben: Unterm Strich stehen gut 3,8 Millionen Euro. Wesentlich weniger als die für einen Neubau bislang angesetzten gut 6 Millionen Euro. Man bekomme das Feuerwehrhaus günstiger, dennoch sei es für Schrecksbach ein großer Betrag, betonte der Bürgermeister.

Laut Machbarkeitsstudie sind in der Scheune bis zu sechs Fahrzeugstellplätze möglich. Das sei eine zukunftsfähige Lösung, die auch erweiterbar sei, schließlich wisse man nicht, wie sich die Feuerwehrlandschaft in den kommenden Jahrzehnten entwickeln werde, meinte der Verwaltungschef. Es sei gut, dass die Feuerwehrleute jetzt Klarheit hätten.

In kurzen Stellungnahmen befürworteten die Fraktionen den Scheunenausbau. Irritationen gab es, als abgestimmt werden sollte. Es ging um zwei Sachverhalte: den Bau des Feuerwehrhauses in der Kasseler Straße 17 und als Unterpunkt die Aufhebung eines Beschlusses von Januar.

Damals hatte das Parlament mit einem Mehrheitsbeschluss dem Kauf eines Grundstücks in der Kasseler Straße 19 als Standort für den möglichen Neubau eines Feuerwehrhauses zugestimmt.

Irritation um Ergänzungsantrag

Dieser Kauf sei nur wegen der SPD-Mehrheit zustande gekommen und kein Beschluss der Gemeindevertretung, meinte Michael Grothe (CDU) und beantragte eine Ergänzung des aktuellen Beschlusses, der in diesem Sinne formuliert sein sollte. Das wollte die SPD so nicht stehen lassen. „Das sei schon eine komische Auffassung von Demokratie“, erklärte Lutz Schier. Auch Bürgermeister Schultheis konnte der Argumentation von Grothe nicht folgen und gab zu bedenken, dass der Ergänzungsantrag wohl so nicht rechtens sei.

Nach einer Sitzungsunterbrechung zog Grothe den Antrag zurück. Mit neun Ja-Stimmen und sieben Enthaltungen wurde der Beschluss für den möglichen Neubau an der Kassler Straße 19 aufgehoben. Dort können jetzt Bauplätze entstehen. (Matthias Haaß)

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