Digital unter der Dorflinde

Freies WLAN an sechs zentralen Plätzen in Schrecksbach

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An zentralen Plätzen in der Gemeinde Schrecksbach kann man seit kurzem kostenlos WLAN nutzen. Julia Smernizkich findet das Angebot gut und nutzt es regelmäßig.

Die Gemeinde Schrecksbach nimmt am Landesprogramm Digitale Dorflinde teil. An zentralen Orten kann man jetzt kostenfrei WLAN nutzen.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich die Menschen in den Dörfern im Ortskern unter einer Linde trafen um Neuigkeiten aber auch Klatsch und Tratsch miteinander auszutauschen.

Eine moderne Variante der guten alten Dorflinde gibt es seit einiger Zeit in Schrecksbach. Die Schwalm-Gemeinde nimmt an dem Landesprogramm Digitale Dorflinde teil. An zentralen Plätzen in Schrecksbach, Holzburg und Röllshausen kann man kostenfrei WLAN nutzen. 

Freier Netzzugang noch fast unbekannt

Das sei eine gute Idee, findet Julia Smernizkich. Die 18-jährige Schrecksbacherin befindet sich zur Zeit in der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten und nutzt das WLAN regelmäßig. Ihre Freunde wüssten von dem freien Zugang ins Netz noch gar nichts, erzählt die junge Frau und fügt lächelnd an: „Ich denke, das wird sich aber bald ändern.“

Neben Schrecksbach beteiligen sich im Schwalm-Eder-Kreis fünfzehn weitere Kommunen an dem Förderprogramm des Hessischen Ministeriums für Digitales. Hessenweit nehmen an den mit zwei Millionen Euro ausgestatteten Programm bislang 235 Städte und Gemeinden teil.

Schrecksbachs Bürgermeister Andreas Schultheis ist von der Digitalen Dorflinde überzeugt. Dadurch könne man mit relativ geringem Aufwand die Attraktivität der Ortsteile verbessern: „Ich finde, es ist ein guter Versuch. Auf öffentlichen Plätzen gehört so etwas nach meiner Meinung heutzutage einfach dazu.“

An zentralen Plätzen in der Gemeinde Schrecksbach kann man seit kurzem kostenlos WLAN nutzen. Julia Smernizkich findet das Angebot gut und nutzt es regelmäßig.

Feuerwehren profitieren 

Auch die Schrecksbacher Feuerwehren profitieren von dem neuen Informationskonzept. Da sich die WLAN-Hotspots in der Nähe der Feuerwehrhäuser befinden, können die Brandschützer während des Dienstes ins Internet. Dadurch werde die Arbeit der Wehren wertgeschätzt und es komme der Mitgliedermotivation zugute, meint der Verwaltungschef.

Im Gegensatz zu anderen Kommunen wurde in Schrecksbach die Teilnahme an dem Förderprogramm lediglich im Gemeindevorstand beschlossen und dann umgesetzt. Diese Vorgehensweise habe ihm durchaus Kritik eingebracht, sagt Schultheis selbstkritisch.

In der Nachbargemeinde Ottrau diskutierte beispielsweise die Gemeindevertretung das Thema. Aus Kostengründen werde man zunächst nur eine Dorflinde im Bereich der Mehrzweckhalle betreiben, sagt Ottraus Bürgermeister Norbert Miltz: „Wir sind jetzt aber auch im EU-Programm WiFi4EU.“

Das Land beteiligt sich an Kosten

Die Schrecksbacher investieren in ihre sechs Digitalen Dorflinden 12.000 Euro. Das Land fördert davon 90 Prozent. Pro Hotspot müssen im Jahr 325 Euro für Unterhaltung, Wartung und andere Serviceleistungen gezahlt werden.

Solche Antennen ermöglichen den schnellen Weg ins Internet.

Der Vertrag läuft drei Jahre, dann werde man Bilanz ziehen, so Bürgermeister Schultheis: „Jede Nutzung wird erfasst und man kann sehen, wo es läuft und wo nicht.“ Die Plätze mit digitaler Dorflinde werden teilweise mit mehreren Antennen ausgeleuchtet, eine punktuelle Steuerung ist möglich. So könne man die Nutzung einschränken, erklärt der Verwaltungschef: „Sollten wir feststellen, dass es irgendwo Probleme gibt – zum Beispiel Ruhestörungen – können wir auf diese Weise sofort reagieren.“

Schnell und kostenlos

Die Nutzung der Digitalen Dorflinde ist denkbar einfach. Wenn Handy oder Tablet das Hessen-Wlan gefunden haben, braucht man die Geräte lediglich mit dem Hotspot zu verbinden. Der Zugang ist kostenlos und muss täglich erneuert werden. 

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