Ganz ohne Tracht und Mundart: Ein Schwälmer Theaterkrimi auf der Bühne

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Die Darsteller: von links Peter Jabulowsky, Carolina McConville, Jochen Bauer, Berndt Schulz, Heiko Fieser, Sabine Bauer und Anderas Schultheis. 

Holzburg. Schauspielkunst aus der Schwalm muss nicht zwingend in Tracht und Mundart daherkommen. Zurzeit proben sechs Laienschauspieler unter der Leitung von Berndt Schulz in Holzbug für den Bühnenkrimi „Der Tag, an dem Kenny starb“.

Das Stück ist in der Region entstanden und Autor Schulz wohnt seit zwei Jahren in Holzburg – eine etwas andere Form des Schwälmer Theaters gewissermaßen.

In der als inszenierte Lesung mit Musik arrangierten Geschichte geht es um den mysteriösen Todesfall eines kleinen Jungen und eine an Miss Marple angelehnte erfolgreiche Hobby-Ermittlerin. Eine Spielzeugtrompete zieht sich wie roter Faden durch die fünf Akte.

Anlass der Theatervorstellung am nächsten Wochenende ist der Start der aktuellen Museumssaison in Holzburg. Man habe mal etwas anderes ausprobiere wollen, sagt Heidrun Merk vom Schwälmer Dorfmuseums: „Das Stück, das zur Aufführung kommt, ist keine Komödie und nicht so einfach zu konsumieren. Es ist ein bisschen im Agatha-Christi-Stil.“

Bühnenkrimi geht auf wahre Begebenheit zurück

Schrieb das Stück und führt auch selbst Regie: Autor Berndt Schulz aus Holzburg.

Autor Berndt Schulz führt Regie und spielt die Rolle des Dieners. Die Idee zum Bühnenkrimi kam ihm, als er von einer wahren Begebenheit las, die sich in England ereignet hatte. Bei einem Spaziergang am Ufer der Nidda wurde der Gedanke geboren, das Geschehen von der Themse nach Hessen zu verlegen. Seine Uraufführung hatte der amüsante und spannende Krimi bereits im vergangenen Spätsommer auf dem „Kultursommer Mittelhessen“ in Schotten. 

Erstmals mit dabei ist Schrecksbachs Bürgermeister Andreas Schultheis. Als Inspektor Hastings trägt der Verwaltungschef einen tief ins Gesicht gezogenen Schlapphut und Trenchcoat. „Mir sind ernsthafte Rollen lieber“, sagte Schultheis.

Die anderen Darsteller sind alte Hasen und bezeichnen sich selber als „professionelles Laienensemble“. Schon bei der Premiere in Schotten standen Jochen und Sabine Bauer, Heiko Fieser, Peter Jabulowsky und Carolina McConville gemeinsam auf der Bühne. Routine und Sicherheit sind der bunt gemischten Schauspieltruppe aus Hanau und Holzburg bei den Proben anzumerken. Die Texte sitzen, gefeilt wird lediglich an Kleinigkeiten. So muss Diener Johann beispielsweise die Beleuchtung auf der Bühne zehn Sekunden schneller anknipsen und sich der von Fieser gespielte Sohn Luis mehrmals auf besonders provozierende Art bekreuzigen. Man merkt, so kurz vor der Aufführung geht es um Details.

Zweimal im Monat Probe für Theaterstück

Berndt Schulz habe alle gut gecoacht, lobt Sabine Bauer. Geprobt wurde zweimal im Monat. Ungewöhnlich für ein Theaterstück die minimalistische Bühnendekoration und die Notenständer mit den Manuskripten der einzelnen Figuren. Er habe sich ganz bewusst für diese Art Arrangement entschieden, erklärt Berndt Schulz.

• Der Bühnenkrimi „Der Tag, an dem Kenny starb“ wird am 31. März und am 1. April ab 19 Uhr im Dorfmuseum Holzburg aufgeführt. Eintritt 7 Euro, Kartenvorbestellungen: E-Mail: heidrun-merk@t-online.de oder Tel: 06698 - 911696 oder 06698 – 919816

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