Neue Masche: Betrüger kapern Rufnummern

Schrecksbach. Mit einer neuen Masche versuchen Betrüger im Kreis, ihren Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sie rufen bei den Menschen an und fordern sie auf, Geld zu überweisen.

Das Novum ist, dass die Opfer auf dem Display ihres Telefons eine ihnen bekannte Rufnummer angezeigt bekommen.

Die Täter geben sich damit als Bekannte oder Vertraute aus. So erging es Hans Metz aus Schrecksbach. Der 78-Jährige bekam jüngst einen Anruf. Der Mann am andere Ende der Leitung gab sich als Rechtsanwalt der Kanzlei von Hans Metz’ Nichte aus. Der Rentner sollte innerhalb von vier Stunden 4500 Euro auf ein Konto in der Türkei einzahlen, sonst käme es zur Anzeige gegen ihn. Im Gegenzug wurde ihm ein Gewinn versprochen.

„Ich weiß doch, dass ich nichts gemacht hatte“, erzählt der Schrecksbacher. Ihm kam der Anruf verdächtig vor. Er wandte sich an die Kanzlei seiner Nichte sowie an die Polizei - und zahlte die 4500 Euro nicht. „Das Geld wäre weg gewesen“, da ist sich der Rentner sicher.

Die Methode, dass Betrüger unter einer falschen Telefonnummer anrufen, ist neu. Internet-Telefonie ermöglicht das. „Ich konnte es erst kaum glauben“, sagt Rechtsanwältin Dr. Maike Koch der entsprechenden Kanzlei aus Bad Nauheim. Der versuchte Betrug wurde angezeigt. „Herr Metz hat sehr gut reagiert“, sagt die Anwältin. Sie betont, dass Rechtsanwälte niemals ihre Klienten mit derartigen Anrufen belästigen würden: „Das wäre Erpressung.“

Auch die Kriminalpolizei in Homberg hat jüngst Kenntnis erhalten, dass es einige Fälle dieser Rufnummernfälschung im Landkreis gab. Das bestätigte Pressesprecher Markus Brettschneider. Er warnt dringend davor, nach solchen Anrufen Geld zu bezahlen. „Man darf sich nicht unter Druck setzen lassen“, sagt er, sondern sollte die Polizei alarmieren.

Von Claudia Schittelkopp

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