Platz für Wehr gesucht

Entscheidung über Schrecksbacher Feuerwehrhaus vertagt

Das neue Feuerwehrhaus im Schlossgarten.
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Eine Variante: So könnte das neue Feuerwehrhaus im Schlossgarten aussehen. Alternativ steht aber auch ein Neubau am Ortsrand zur Debatte.

Beherrschendes Thema der Gemeindevertretersitzung Schrecksbach war am Donnerstagabend die Feuerwehr. Konkret ging es um die Planungen für ein zeitgemäßes Feuerwehrhaus für die aktiven Einsatzkräfte der Kernortwehr.

Schrecksbach. Um eine Entscheidungsgrundlage zu haben, stellte der Alsfelder Architekt Jochen Weppler den Parlamentariern und einigen im Zuschauern sitzenden Feuerwehrleuten zwei Varianten vor: Umbau im Bestand am Schlossgarten und Neubau auf der grünen Wiese am Ortsrand im Bereich der Kasseler Straße.

Eins wurde deutlich, billig wird es nicht – außerdem drängt die Zeit, da perspektivisch auf dem Bausektor weiter mit einer extremen Kostensteigerung zu rechnen ist. Architekt Weppler sprach in diesem Zusammenhang von bis zu 20 Prozent bis Sommer 2022.

Für den Neubau stehen in der groben Vorplanung vier bis fünf Millionen Euro unter dem Strich, für die Erweiterung mindestens 2,5 Millionen Euro. Dabei ist die Preissteigerung bereits berücksichtigt. Die große Differenz ergibt sich aus der Tatsache, dass beim Bestandsbau das alte Feuerwehrhaus im Ortskern weiter genutzt werden kann, das spart Geld.

Während die Feuerwehr mehrheitlich für die Variante Schlossgarten befürwortet, sprach sich der Ortsbeirat für den Neubau aus, um bauliche Eingriffe im Schlosspark zu vermeiden.

Wie Bürgermeister Andreas Schultheis informierte, sind beide Varianten genehmigungsfähig. Für den Neubau müsste das Grundstück in der Kasseler Straße seitens der Gemeinde noch erworben werden.

In der anschließenden Fragerunde äußerten manche Gemeindevertreter Bedenken an einer Erweiterung im Bestand. Befürchtet wurde eine Verkleinerung des aktuell für die Öffentlichkeit nutzbaren Platzes im Schlossgarten. Die in diesem Fall notwendigen Baumfällungen trafen nicht bei allen Anwesenden auf Gegenliebe. Der Architekt erklärte, dass der Park trotz Erweiterungsbau voll nutzbar sei. Auch würden alle geforderten Abstände eingehalten.

Erster Beigeordneter Klaus Schier warnte, dass bei der Variante Schlossgarten zukünftig keine Erweiterung mehr möglich sei. Sollte es irgendwann eine zentralisierte Feuerwehr Schrecksbach geben, dann könnte der Platz dort nicht mehr ausreichend sein. Der Argumentation wollte Michale Grothe (CDU) nicht folgen. Man habe sich schon vor einiger Zeit für den Erhalt der Ortsteilfeuerwehren ausgesprochen, so der ehemalige Vorsitzende der Gemeindevertretung.

Welche Variante es werden wird, wurde nicht entschieden. Das Thema soll noch einmal im Haupt- und Finanzausschuss auf die Tagesordnung, bevor im Januar ein Beschluss gefasst wird.

Jeder Parlamentarier müsse nun für sich entscheiden, ob ein unveränderter Schlossgarten die Mehrkosten für einen Neubau rechtfertigen, so der Bürgermeister, der sich selber für keine Variante aussprach und in der Sache neutral verhielt. (Matthias Haaß)

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