Schwälmer Hochzeitsstühle

Rarität mit Tulpe, Herz und Stern: Dorfmuseum Holzburg bekommt Hochzeitsstühle geschenkt

Aus den Beständen des Eichsfeldmuseums in Bad Heiligenstadt hat das Dorfmuseum Holzburg zwei Hochzeitsstühle bekommen. Auf dem Bild ist der Stuhl von Marta Liesabetha Krein aus Wasenberg zu sehen.
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Aus den Beständen des Eichsfeldmuseums in Bad Heiligenstadt hat das Dorfmuseum Holzburg zwei Hochzeitsstühle bekommen. Auf dem Bild ist der Stuhl von Marta Liesabetha Krein aus Wasenberg zu sehen.

Schwälmer Hochzeitsstühle sind beliebte Sammlerobjekte und deshalb äußerst rar. Sie sind prächtig gearbeitet, reich dekoriert mit den typischen Schwälmer Motiven Tulpe, Herz und Stern und farbig gefasst.

Holzburg – Umso mehr freute sich das Schwälmer Dorfmuseum Holzburg über eine Schenkung des Eichsfeldmuseums in Bad Heiligenstadt, die jetzt zwei Exemplare von Hochzeitsstühlen an das Schwälmer Dorfmuseum abgaben. Datiert sind die beiden Exexemplare, die sich weitgehend im originalen Zustand befinden, auf 1828 und 1874.

Heidrun Merk

Die Stühle entdeckte das Eichsfeldmuseum bei Inventarisierungsarbeiten. Da es für die Exponate keine Verwendung hatte, nahm Museumsleiter Dr. Thorsten Müller Kontakt mit seiner Kollegin in Holzburg, Heidrun Merk, auf. Diese war von dem Angebot begeistert. Kosten entstanden keine, die Stühle kamen in Form einer Schenkung zurück in die Schwalm.

Symbol für den Neuzugang

Hochzeitsstühle seien keine Sitzmöbel, sie haben eher eine juristische Funktion und kommen nicht nur in der Schwalm vor, heißt es in einer Mitteilung des Museums. Die Schwälmer Hochzeitsstühle sind besonders reich dekoriert. Sie dienen als Symbol für einen Neuzugang (Hochzeit) in einer Familie und können für Bräute, aber ebenso auch für einen Bräutigam angefertigt werden. Meist sind Namen und Jahreszahl in die trapezförmige Rückenlehne eingeschnitzt. Sollte die Ehe nicht funktionieren, wird dem Neuzugang kurzerhand „der Stuhl vor die Tür gesetzt.“

Hochzeitsstühle gehören „stuhltechnisch“ gesehen zur Kategorie der Pfostenstühle. Der ältere Stuhl aus Heiligenstadt stammt aus Wasenberg und weist die Besitzerinschrift „Martha Liesabetha Krein in Wasenberg“ auf. Eine äußerste Seltenheit ist, dass sich auch der Hersteller „Jacob/Rasner/Anno/1882 in Künstlermanier auf dem Stuhl verewigt hat. Im Schwälmer Jahrbuch 1991 hat Gerhard Seib einen Aufsatz über die beiden Braut-stühle im Eichsfelder Heimatmuseum zu Heiligenstadt veröffentlicht, sagt Museumsleiterin Heidrun Merk.

Zwei weitere Brautstühle für den Bestand

Das Schwälmer Dorfmuseum Holzburg, in dessen Besitz sich bereits ein prachtvoller Hochzeitsstuhl von 1827 befindet, sei sehr stolz darauf, zwei weitere „Brautstühle“ in seinen Bestand aufnehmen zu können, so Merk weiter: „Unser herzlicher Dank geht an Herrn Dr. Müller vom Eichsfeldmuseum in Bad Heiligenstadt für die Schenkung. Herzlich bedanken möchten wir uns auch bei Frau Dr. Regina Löneke vom Hessischen Museumsverband in Kassel, die den „Deal“ eingefädelt hat.“

Der Vorstand des Schwälmer Heimatmuseums nutzte die Gelegenheit mit dem Abholen der Stühle eine Exkursion nach Bad Heiligenstadt zu verbinden und wurde von Museumsleiter Dr. Thomas Müller durch die Räume des Eichsfeldmuseums geführt.

Die Schwälmer Hochzeitsstühle aus Bad Heiligenstadt können laut Heidrun Merk ab sofort im Schwälmer Dorfmuseum Holzburg mit dem dorts bereits vorhandenem Exemplar, ein Hochzeitsstuhl aus dem Jahr 1827 mit lustiger Hintergrundgeschichte im Blauen Saal des Schwälmer Dorfmuseums besichtigt werden. (Matthias Haass )

Kontakt

Öffnungszeiten nach Vereinbarung und jeden Sonntag von 14-17 Uhr.

Infos unter 0 66 98/2 50 99 15.

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