Sammlung im Museum Holzburg feiert Geburtstag

Sie bereiten alles für das Jubiläum vor: Die Leiterin des Schwälmer Dorfmuseums Holzburg , Heidrun Merk, und der Vorsitzende des Museumsvereins Eduard Duschek. Foto: christine thiery

Dem ehemaligen Pfarrer Heinz Metz ist es zu verdanken, dass in diesem Jahr das Schwälmer Dorfmuseum Holzburg sein 60-jähriges Bestehen feiern kann. Er verstand sich als Dokumentarist und wollte die Dorfkultur der Schwalm für die Nachwelt erhalten. Am 13. September 1959 eröffnete er in der alten Pfarrscheune das Museum mit den vielen Exponaten, die er in den Haushalten gesammelt hatte.

Das Festwochenende wird am 14. und 15. September gefeiert. Auftakt ist bereits am kommenden Sonntag zum Tag des offenen Denkmals mit einem Theaterstück in der Reihe „Hör mal im Denkmal“.

Bereits in den Dreißigerjahren hatte Metz begonnen in den Ställen der Bauern ausrangierte Arbeitsgeräte zu sammeln. Er lebte und arbeitete von 1925 bis 1965 in Holzburg. „Er hat gemerkt, wie das Leben auf dem Lande begann sich unter dem Einfluss der Moderne stark zu verändern“, sagt die heutige Museumsleiterin Heidrun Merk. In den Jahren nach dem Krieg sei der Wohlstand in der Schwalm gestiegen. Der Einfluss der modernen Lebensführung griff um sich und die Menschen wollten sich von dem Alten befreien, sagt Merk. „Trachten wurden regelrecht weggeworfen, die Häuser abgerissen und modernisiert.“

Das alles habe der Pfarrer beobachtet und sammelte Haushaltsgeräte und Werkzeuge, und er fotografierte die Landbevölkerung. Unter seiner Regie wurde 1959 die Pfarrscheune zum Museum umgebaut.

2004 ist es schwer geschädigt gewesen. Feuchtigkeit hatte sich in den Räumen eingenistet, Schädlinge befielen die Balken und der Putz bröckelten von den Wänden, erzählt der derzeitige Vorsitzende Eduard Duschek. Unter Günter Schaub wurde das Museum saniert. Das Museum gehörte bis vor elf Jahren zum Schwälmer Heimatbund. Seitdem trägt es der Verein Schwälmer Dorfmuseum, der heute 100 Mitglieder hat. Damit sei eine neue Identifikation der Holzburger mit dem Museum einhergegangen. Unter dem Vorsitzenden Klaus Hahn wurde das ehemalige Gasthaus saniert, es entstanden eine Bierstube, ein Raum für Sonderausstellungen und das Museumscafé. Der Museumsgarten als Verbindung zur Scheune wurde angelegt. Hahn führte den Verein zehn Jahre. Der Kunsthistoriker Dr. Anton Merk strukturierte es neu und trieb die Inventarisierung der Museumsobjekte voran. Er leitete das Museum von 2010 bis 2016. Seitdem ist die Kulturanthrophologin Heidrun Merk die Museumsleiterin.

Das Museum ist so eingerichtet, als wäre es ein altes Bauernhaus. Küche, Wohnstube und Schlafplatz und die Ellerstube, wo die alten Leute lebten, erzählen vom einstigen Landleben in der Schwalm. Die ehemalige Gaststätte ist ein kulturelles Zentrum mit dem Museumscafé, das von einigen Frauen aus Holzburg in Eigenregie betrieben wird. Es öffnet jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr oder nach Anmeldung für Gruppen auch außerhalb dieser Zeit. Im Blauen Saal gibt es eine Ausstellung von Puppen in Tracht, eine Theatergruppe, geleitet von Heidrun Merk, tritt dort auf der Bühne auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.