Es bleibt beim Schotterweg

Schrecksbacher Parlament lehnt Ausbau des Radwegs ab

Radler auf dem Schotterweg: Fahrradfahrer wie hier die Brüder Dieter und Thomas Stephan müssen zwischen Schrecksbach und Alsfeld auf einem Teilstück weiter auf Schotter fahren. Foto: Regina Ziegeler-dörhöfer

Dem Ausbau des Radwegeteilstücks R4 zwischen Schrecksbach und Alsfeld stimmten die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Freitagabend nicht zu.

Bürgermeister Andreas Schultheis warb für das Projekt. Die Gemeinde könne den Eigenanteil in Höhe von 33 200 Euro derzeit tragen. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragte Schultheis.

Der Ausbau des Teilstückes von 700 Metern sei mit insgesamt 166 000 Euro beziffert. „Wir verkaufen ein Gewerbegrundstück, da sollten wir auch in die touristische Infrastruktur investieren“, argumentierte der Bürgermeister. Zahlreiche Gemeindevertreter meldeten sich zu Wort und lieferten quer durch die Fraktionen Ausbau des Radwegs pro- und Contra-Argumente.

Während die einen Mehrwert für den Tourismus und die Bürger Schrecksbach sahen, meinten andere, dass Radfahrer auch über geschotterte Wege fahren könnten. „Hier sollen Steuergelder in Höhe von 200 000 Euro verbraucht werden, die in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen“, sagte beispielsweise Andreas Frisch (UWG). Frisch sorgte sich um Folgekosten, den Aufwand für die Planung und um Emissionen beim Bau des Weges.

Ausbau des Radwegs: Mehrwert für den Tourismus?

SPD-Mann Martin Michel hingegen erkannte im vorgeschlagenen Lückenschluss eine Investition in die Sicherheit der Bürger, die das geschotterte Teilstück dann nicht mehr auf der gefährlichen Straße umfahren müssten. Der Lückenschluss sei zudem ein Symbol für die Verbindung zweier aneinander grenzender Landkreise.

Bei der Abstimmung votierten letztlich sechs Gemeindevertreter für und sechs Gemeindevertreter gegen den Beschlussvorschlag, sodass der Lückenschluss des Radweges somit nicht umgesetzt wird.

Einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter hingegen für die Bereitstellung eines Ausbildungsplatzes zum Verwaltungsfachangestellten ab dem kommenden Jahr aus. Auch der Verkauf eines Gewerbegrundstückes an einen Investor, der Wohnmobilstellplätze schaffen möchte, erhielt die einheitliche Zustimmung.

VON REGINA ZIEGLER-DÖRHÖFER

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