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Schrecksbach: 17-Jährige schreibt leidenschaftlich gerne Kurzgeschichten

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Emilia Lou Bauer schreibt ihre Geschichten mit dem Laptop am heimischen Küchentisch.
Emilia Lou Bauer schreibt ihre Geschichten mit dem Laptop am heimischen Küchentisch. Neben ihr steht die Trophäe für den besten Text beim OVAG-Jugend-Literaturpreis. © Philipp Knoch

Die 17-jährige Emilia Lou Bauer aus Schrecksbach konnte sich in einem Schreibwettbewerb gegen 200 andere Teilnehmer durchsetzten und erreichte mit ihrer Kurzgeschichte den ersten Platz. Damit winkt ihr neben einem Preisgeld ein dreitägiger Schreibworkshop.

Schrecksbach - „In der Kurzgeschichte geht es um eine jugendliche Freundesgruppe, drei Jungs und ein Mädchen an einem Sommernachmittag“, fasst die Schülerin der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld ihre Gewinnergeschichte kurz zusammen, „ein Junge beschließt, dass sie Blutsbrüderschaft schließen könnten, aber nicht alle sind damit einverstanden. Es endet mit dem Suizid von einem der Freunde.“ So drastisch, wie es sich anhöre, sei die Kurzgeschichte nicht, antwortet sie lachend auf den skeptischen Blick des HNA-Mitarbeiters.

Der Schreibwettbewerb wird von der OVAG ausgetragen. Er richtet sich an junge Autoren zwischen 14 und 23 Jahren aus Mittelhessen. Es gibt keine Beschränkungen, wie der Text gestaltet werden soll. Emilia wurde durch eine Lesung von ehemaligen Teilnehmern an ihrer Schule darauf aufmerksam. „Mir wurde schon öfters gesagt, dass meine Geschichten ganz gut sind. Was hab ich zu verlieren?“ dachte Emilia sich.

Emilias Mutter Juliane bemerkte schon früh das Talent ihrer Tochter. „Als sie klein war und noch nicht schreiben konnte, erzählte sie mir ihre Geschichten und ich musste sie aufschreiben. Aber sobald sie schreiben konnte, war das vorbei. Ab da schrieb sie ihre Geschichten selber auf.“

Lesen bereite ihr schon immer viel Spaß. Sprache habe eine eigene Schönheit, berichtet Emilia. Sie habe große Freude dabei, lyrische Sätze zu formulieren. Eine Geschichte zu erzählen sei ihr aber genauso wichtig. Kurzgeschichten seien für sie die ideale Kombination zwischen lyrischen Gedichten und erzählenden Romanen.

Berufswunsch Schriftstellerin

Sie habe schon ein paar Kurzgeschichten zustande gebracht, sagt die stolze Jungschriftstellerin Aber bisher schreibe sie eher für sich. An Verlage sei sie mit ihren Werken noch nicht herangetreten. Die erste Veröffentlichung steht trotzdem schon an. Nachdem sie ihre Siegergeschichte auf dem Schreibworkshop im November überarbeitet hat, wird sie zusammen mit 24 anderen prämierten Geschichten in dem Buch „Gesammelte Werke“ von der OVAG veröffentlicht.

„Ich schreibe sehr gerne Young Adult oder Familiengeschichten. Das sind Themen die mir persönlich sehr nahe sind. Außerdem passen meine Geschichten meistens zur Jahreszeit, in der ich sie schreibe.“ Sie schreibe zudem in Phasen, bis zu tausend Wörter an einem Tag. In wenigen Tagen habe sie eine Geschichte niedergeschrieben, die „muss dann raus“, wie sie sagt. Aktuell arbeite sie an einer Romanidee über eine Schülerin aus zerrütteten Familienverhältnissen, die Geschichte sei aber noch im Anfangsstadium.

In zehn bis zwanzig Jahren würde Emilia gerne ein Buch veröffentlichen. Aber hauptberuflich könnte sie sich nicht vorstellen, Schriftstellerin werden. Das sei ihr ein zu großes finanzielles Risiko. Eher könne sich Emilia vorstellen, Lehrerin zu werden und mit Kindern zu arbeiten. (Philipp Knoch)

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