Standortfrage ist noch völlig offen

Schrecksbach: Feuerwehr braucht ein neues Haus

Improvisierte Lösung: Da es im Feuerwehrhaus Schrecksbach (Gebäude hinten) zu wenig Platz gibt, muss ein neues Einsatzfahrzeug bis auf Weiteres in einem Zelt untergebracht werden.
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Improvisierte Lösung: Da es im Feuerwehrhaus Schrecksbach (Gebäude hinten) zu wenig Platz gibt, muss ein neues Einsatzfahrzeug bis auf Weiteres in einem Zelt untergebracht werden.

Dass die Feuerwehr Schrecksbach keinen Platz hat, ist offensichtlich. Für ein in Kürze erwartetes großes Einsatzfahrzeug fehlt sogar ein Stellplatz im alten Feuerwehrhaus, übergangsweise muss der neue Gerätewagen zunächst in einem Zelt auf dem Vorplatz untergestellt werden.

Schrecksbach - Dass das keine Dauerlösung sein kann, ist allen Beteiligten bewusst. Es geht nicht um die Frage, ob ein Feuerwehrhaus gebaut werden soll, sondern um das Wo und Wie.

In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss (HaFi) sollte das Thema eigentlich aufs Tapet gebracht werden. Eigentlich. Als Gemeindebrandinspektor (GBI) und Kreisbrandmeister Thomas Schier den Ausschussmitgliedern einen Überblick über die aktuelle Situation der Feuerwehr geben will, wird er nach Informationen unserer Zeitung zunächst von einem Ausschussmitglied und im Anschluss vom Vorsitzenden des HaFi auf die strikte Einhaltung der Tagesordnung hingewiesen.

Wie Bürgermeister Andreas Schultheis im Gespräch mit der HNA erklärt, habe Schier durch seine etwas weiter ausgreifenden Ausführungen den Ausschussmitgliedern lediglich erläutern wollen, warum überhaupt Bedarf an neuen Räumlichkeiten besteht. Der Vortrag des GBI sei mit ihm abgestimmt gewesen. Die Art und Weise, wie mit der Feuerwehr auf der Sitzung umgegangen worden sei, sei nicht die feine englische Art gewesen, meint der Verwaltungschef und fügt an: „Ehrenamtliche darf man nicht so behandeln.“

Bei anwesenden Mitgliedern der Feuerwehr Schrecksbach habe das Verhalten der Kommunalpolitiker jedenfalls für Kopfschütteln gesorgt, weiß der Bürgermeister, kann aber auch die kritische Haltung der Gemeindevertreter verstehen, „sie fühlten sich ein stückweit übergangen“.

Planungen gingen ins Detail

Die Erweiterung des bestehenden Standorts ist eine mögliche Option für die Feuerwehr in Schrecksbach.

Verwaltung und Feuerwehr hatten sich sorgfältig auf den Sitzungstermin vorbereitet. Es gab nicht nur einen Beschlussvorschlag, sondern sogar eine mehrseitige Ausarbeitung zum Thema. Darin enthalten Standortanalysen, Stellungnahmen von Ortsbeirat und Feuerwehr, Auszüge aus dem Bericht des Technischen Prüfdienst Hessen – der übrigens schnellstmöglich den Bau einer Fahrzeughalle fordert – und Zeichnungen möglicher Varianten von Feuerwehrhäusern.

Im Wesentlichen gibt es zwei Lösungsvorschläge: Neuer Standort und Neubau oder Umbau im Bestand am Schlossgarten – letztere Variante wird von der Feuerwehr Schrecksbach befürwortet. Der Ortsbeirat kann dieser Version nur zustimmen, wenn der Charakter des Schlossgartens weitestgehend erhalten bleibt.

Auch erste (sehr grobe) Kostenschätzungen waren Bestandteil der von Verwaltung und Feuerwehrführung erarbeiteten Beschlussvorlage. Ein Neubau, zum Beispiel auf dem Parkplatz am Metzenbergstadion, soll über 2 Millionen, ein Erweiterungsbau am alten Standort im Schlossgarten rund 1,1 Millionen Euro kosten.

Gemeindevertreter haben das letzte Wort

Genau diese Detailgenauigkeit könnte Grund für die harsche Haltung des ein oder anderen Gemeindevertreters in der vergangenen HaFi-Sitzung gewesen sein. Es habe den Vorwurf gegeben, dass Vertretung und HaFi bei den Vorplanungen nicht ausreichend eingebunden gewesen seien, so Andreas Schultheis selbstkritisch und betont: „Es ist noch keine Standortentscheidung gefallen.“

Wie geht es jetzt weiter? Am Donnerstag, 17. September, will sich der Ausschuss noch einmal in der Sache zusammensetzen. Bei dem Termin soll dann auch Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar anwesend sein, um eventuell grundsätzliche Fragen zu klären. Bürgermeister Schultheis ist nach eigenen Angaben um möglichst große Transparenz in dem ganzen Verfahren bemüht. Es sei wichtig, die Leute einzubinden, so der Verwaltungschef: „Mir schwebt sogar noch eine Bürgerversammlung vor.“ Das ganze müsse jedenfalls „vernünftig ausdiskutiert werden“, sagt Schultheis: „Die endgültige Entscheidung muss dann die Gemeindevertretung treffen.“

Von Matthias Haaß

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