Kooperation mit der Volkshochschule

Veranstaltungen zum Museumsjubiläum in Holzburg: Ist die Heimat in Gefahr?

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Sind gespannt: von links Franz Drescher, Heidrun Merk, Stephan Bürger und Andreas Schultheis stellten das Programm vor.

Was ist eigentlich Heimat? Ist sie in Gefahr? Zu diesem Thema veranstaltet das Dorfmuseum Holzburg eine Veranstaltungsreihe. Der Grund ist ein besonderer.

60-jähriges Jubiläumfeiert das Dorfmuseum mit einem vielseitigen Programm. Daher passt die erste Veranstaltungsreihe "Heimat und Fremde" des Museums gerade richtig. 

„Das ist die erste Kooperation mit der Volkshochschule und die erste Veranstaltungsreihe dieser Art“, freut sich Heidrun Merk, Museumsleiterin des Schwälmer Dorfmuseum in Holzhausen, die inhaltlich für die Veranstaltungen verantwortlich ist. Und Merk hat ein großes Programm auf die Beine gestellt. 

"Das Thema ist so wichtig"

Los geht es am internationalen Museumstag, dem 19. Mai. Um 11.30 Uhr hält die Kulturanthropologin selbst einen Impulsvortrag zum Thema „Was ist Heimat?“. Im Anschluss kann diskutiert werden. Moderiert wird die Veranstaltung von Dierk Glitzenhirn vom Evangelischen Forum Schwalm-Eder.

„Das Thema Heimat und Fremde ist ein so wichtiges Thema, das wir nicht denen überlassen sollten, die damit Schindluder treiben“, sagt Merk. Schon während ihres Studiums sei das Thema bei ihr wegen einer Dozentin omnipräsent gewesen – „damals aber noch unter dem Begriff Identität, weil der Begriff Heimat aus der NS-Zeit negativ und mit der Blut- und Bodenideologie besetzt war“, wie Merk erklärt.

Was ist eigentlich Heimat? Gilt sie für immer? Ist sie vielleicht sogar in Gefahr? Das sind Fragen, mit denen sich das Dorfmuseum Holzburg und die Volkshochschule Schwalm-Eder befassen möchten.

Gute Vernetzung der Volkshochschule soll helfen

Der Kreis war bei der Kooperation mit dem Museum sofort engagiert. Er unterstützt das Budget, außerdem stieg die Volkshochschule Schwalm-Eder als Kooperationspartner mit ins Boot. „Wir sind gut vernetzt und können überregional noch etwas mehr Beachtung für diese tollen Veranstaltungen erreichen“, sagt Franz Drescher, der beim Kreis im Bereich Volkshochschule tätig ist. 

Er betont: „Die Kulturförderung ist ein hohes Gut, das wir gerne unterstützen. Die Zusammenarbeit passt auch deshalb so gut, weil beide Kooperationspartner dieses Jahr ein Jubiläum feiern“, betont Drescher. Das Dorfmuseum in Holzburg wird 60, die Volkshochschule 100 Jahre alt. „Zu diesem Jubiläum wollen wir die politische Bildung als Schwerpunkt integrieren“, sagt Drescher.

In den weiteren Veranstaltungen soll es unter anderem um drei spezielle Bevölkerungsgruppen gehen: Juden, Hugenotten und Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei wird es jeweils einen Vortrag und einen Rundgang geben, bei dem das Gehörte angeschaut werden kann. 

Schwieriges Thema angehen

„In der Schwalm gab es schon immer Fremde, die die Region mit ihrem Wissen, ihrer Kunst oder ihrem Handwerk bereichert haben“, sagt Merk. Sie selbst stammt aus Bayern und kam über Südhessen in die Schwalm. „Die Zuwanderung in ihrer Person ist ein echtes Geschenk. Sie stellt eine große Leistung auf die Beine“, sagt Kreissprecher Stephan Bürger.

Schrecksbachs Bürgermeister Andreas Schultheis, Heidrun Merk vom Dorfmuseum Holzburg, Kreissprecher Stephan Bürger sowie Franz Drescher vom Fachbereich Volkshochschule des Schwalm-Eder-Kreises freuen sich auf die Veranstaltungen.

„Ich gebe gerne zu, dass es sich um ein schwieriges Thema mit vielen Facetten handelt“, sagt Merk. Sie freue sich deshalb über die anstehende Zusammenarbeit mit ihren verschiedensten Partnern. Die Begeisterung und das Herzblut, das sie in das Thema Heimat legt, ist nicht zu übersehen. Sie sagt: „Heimat wird im Zuge der Globalisierung und der digitalisierten Welt immer wichtiger. Zu wissen, wer man ist und woher man kommt, ist für uns Menschen unverzichtbar.“

Das Programm der Veranstaltungsreihe

Das Programm der neuen Veranstaltungsreihe „Heimat und Fremde“ sieht so aus:

  • Sonntag, 19. Mai, 11:30 Uhr. Dorfmuseum Holzburg, Impulsvortrag „Was ist Heimat?“ von Heidrun Merk mit anschließender Diskussion. 
  • Sonntag, 30. Juni, 11.30 Uhr. Rathaus Ziegenhain, Vortrag „Jüdische Gemeinden im Altkreis Ziegenhain“ von Hans Gerstmann; anschließend: Stadtrundgang mit Bernd Lindenthal durch Treysa (Treffen 14 Uhr Stadtkirche Treysa): Jüdische Spuren in Treysa. 
  • Sonntag, 21. Juli, 11.30 Uhr. Hospitalkirche Treysa, Vortrag „Die Hugenotten in Hessen – Wege der Integration an ausgewählten Beispielen“ von Dr. Renate Buchenauer; anschließend: Ortsspaziergang mit Reinhart Darmstadt durch Frankenhain (Treffen 14 Uhr Kirche Frankenhain): Frankenhain – eine typische Hugenottenkolonie. 
  • Sonntag, 25. August, 11.30 Uhr. Gedenkstätte und Museum Trutzhain: Zeitzeugen berichten von Flucht, Vertreibung, vom Ankommen und Hiersein. Moderation: Karin Brendes; anschließend: Rundgang durch Trutzhain (Treffen 14 Uhr Gedenkstätte und Museum Trutzhain) mit Christian Steidl. 
  • Sonntag, 06. Oktober, 14 Uhr. Heimatmuseum Neukirchen. 14 Uhr Besichtigung der Heimatstuben der Vertriebenen. 15 Uhr Vortrag von Günther Wawrauschek.

Volkshochschule sucht weitere Kooperationspartner

Die Volkshochschule (VHS) Schwalm-Eder sucht anlässlich des 100-jährigen Jubiläums nach Kooperationspartnern. Alle interessierten Kommunen und Vereine können sich mit Veranstaltungen melden, die das Leben in diesen 100 Jahren darstellen. 

Das Ziel der VHS sei es laut Ansprechpartner Franz Drescher, die Tradition und Geschichte des Schwalm-Eder-Kreises zu bewahren. Drescher erreichen Sie unter der Tel. 0 56 81/775 775 oder franz-drescher@schwalm-eder-kreis.de.

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