Gutachten gegen Windkraft

Vogelschutz soll Vorrang vor Anlagen im Kohlwald bei Schrecksbach haben

Bauarbeiten an einer rund 200 Meter hohen Windkraftanlage in Mecklenburg-Vorpommern.
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In Schreckbach wurde ein Gutachten gegen den Bau von Windkraftanlagen in Auftrag gegeben. (Symbolbild)

Die Kommunalpolitiker in Schreckbach haben ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Windkraftanlagen im Kohlwald zu verhindern. Insgesamt soll das Vorhaben 25.000 Euro kosten.

Schrecksbach – Mit einem Vogelschutzgutachten will sich die Gemeinde Schrecksbach gegen den möglichen Bau von Windkraftanlagen auf der vom Regierungspräsidium ausgewiesenen Windvorrangfläche in der Gemarkung Kohlwald (HR53) wappnen. Einstimmig beschloss der Haupt- und Finanzausschuss der Schwalmgemeinde, für rund 25 000 Euro ein Gutachten in Auftrag zu geben.

Die Kommunalpolitiker sind vorsichtig optimistisch und sehen durchaus eine Chance, Winkraftanlagen im Kohlwald zu verhindern. Eine Voruntersuchung kam zum Ergebnis, dass aus Sicht des Vogelschutzes dem Bau und Betrieb von Windindustrieanlagen „unüberwindbare naturschutzrechtliche wie artenschutzfachliche Hindernisse im Wege“ stehen. Sie trägt den sperrig-wissenschaftlichen Titel „Avifaunistische Untersuchungen zum Vorkommen planungsrelevanter windkraftsensibler Brutvogelarten zu einer Windvorrangfläche HR53 auf der Gemarkung der Gemeinde Schrecksbach“.

Gutachten gegen Windkraft: Firma hatte Planung für zwei Anlagen angekündigt

Für den Fall, dass ein Projektierer tatsächlich Bauabsichten habe, wolle man als Gemeinde vorbereitet sein, begründet Schrecksbachs Bürgermeister Andreas Schultheis die Investition und möchte dabei auch mit Nachbarkommunen zusammenarbeiten: „Wir denken, dass es Sinn macht.“ Die 27 Seiten umfassende Voruntersuchung wurde vom Büro für Faunistik und Landschaftsökologie erstellt. Demnach gibt es im Bereich der vom Regierungspräsidium Kassel als Windvorrangfläche deklarierten Gemarkung Kohlwald unter anderem Rotmilane, Wespenbussarde, Mäusebussarde, Baumfalken und Waldschnepfen.

Im Frühjahr 2019 hatte die Firma Abicon (Gilserberg) Planungen für zwei Anlagen angekündigt. Damals teilte der Projektierer gegenüber der HNA mit, dass es Absichten für einen Teil des Vorranggebiets gebe, welches sich im Privatbesitz befinde. Der Rest von HR53 ist Staatswald. Wie es seinerzeit hieß, könnten insgesamt bis zu sechs Anlagen im Bereich Kohlwald gebaut werden. Zum aktuellen Stand der Planungen machte Abicon auf schriftliche Anfrage bislang keine Angaben. (Matthias Haaß)

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