Regionalversammlung

Zuwachs für Windparks rund um Schrecksbach

Mögliche Windkraftstandorte: Auf Schrecksbacher Gebiet könnten bald drei Windparks entstehen. Grafik:  HNA

Schrecksbach. Das Thema Windkraft wird die Gemeinde Schrecksbach weiterhin stark beschäftigen.

Nach der Entscheidung der Regionalversammlung sind in der Gemeinde drei Gebiete als Vorrangflächen definiert worden. Gegen zwei von ihnen gibt es erhebliche Vorbehalte seitens der Gemeinde, betonte Bürgermeister Andreas Schultheis vor der Gemeindevertretung im Dorfgemeinschaftshaus Holzburg.

Die Gemeinde steht weiterhin hinter dem Gebiet Steinhübbel/Die Gleiche (HR 57/59) zwischen Schrecksbach und Immichenhain. Die Kommunen hatten sich für die Planungen zusammengeschlossen und die Gebiete zusammengelegt. „Der Bauantrag ist gestellt“, sagte Schultheis.

Anfang Dezember gibt es eine Informationsveranstaltung für die Mandatsträger aus Ottrau und Schrecksbach, bei der die Beteiligung der Gemeinden an dem Windpark besprochen werden soll. Beide Kommunen wollen Anteile an je einem Windrad erwerben. Eine Anlage kostet drei Millionen Euro. Die Erträge und die Aufwendungen sollen mit den Gemeindevertretern durchgerechnet werden.

Sechs Windräder sollen im Immichenhainer Wald entstehen. Doch in der Bevölkerung regt sich Widerstand: So lehnen die Bewohner der Schrecksbacher Eggenhöfe den Windpark ab, in Immichenhain macht sich die Bürgerinitiative dagegen stark.

Doch zwei weitere Gebiete sind wieder auf dem Tisch, sagte Schultheis. So wurde das Gebiet zwischen Merzhausen und Röllshausen (Auf dem Gebrannten, HR 50) auch als Vorranggebiet aufgenommen. Zudem wurde die Fläche gegenüber der ersten Planung vergrößert.

Die Gemeindevertretung hatte sich ausdrücklich gegen das Gebiet ausgesprochen. Die Bedenken von damals sind heute noch aktuell: Der Blick auf die Kapelle Schönberg werde beeinträchtigt, Anwohner hätten mit Lärm und Schattenwurf der Windräder zu rechnen und die heimische Tierwelt würde unter den Anlagen leiden.

Laut Regionalversammlung eigne sich auch die Gegend um Kohlwald/Finkenburg (HR 53) für einen Windpark. Davon zeigte sich der Bürgermeister besonders überrascht. „Das Gebiet stand nie wirklich zur Diskussion“, da in einem Gutachten Vorkommen von Schwarzstorch und Rotmilan an dieser Stelle bestätigt wurden. „Ob die Vögel dort nun nicht mehr leben, ist fraglich“, merkte Schultheis an.

Sobald der Regionalplan offengelegt wird, will die Gemeinde ihre Einwände abgeben, da sei bei triftigen Gründen möglich. Auch den Rechtsweg wollte der Bürgermeister nicht von vornherein ausschließen.

Von Claudia Schittelkopp

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