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Schrecksbacher überquerte Watzmann-Massiv an einem Tag

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Von: Sylke Grede

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Erfüllte sich einen Traum: Eduard Duscheck überschritt das Watzmann-Massiv innerhalb von 15 Stunden und genoss grandiose Fernsichten.
Eduard Duschek überschritt das Watzmann-Massiv innerhalb von 15 Stunden und genoss grandiose Fernsichten. © Eduard Duschek

Für einen 64-jährigen Schwälmer ist die Watzmann-Überschreitung nicht die übliche Herausforderung. Eduard Duschek wagte es – innerhalb eines Tages.

Schrecksbach / Berchtesgaden – Dem Bann des Watzmanns kann sich Eduard Duschek auch Tage nach seiner Tour über das Bergmassiv mit den drei Spitzen noch nicht entziehen. „Das Ganze wirkt immer noch nach“, sagt der 64-Jährige.

Die Mittelspitze befindet sich auf 2713 Metern Höhe: Da sind Kletterkünste gefragt. Danach ging es für Eduard Duschek weiter zur Südspitze des Watzmann-Gebirges.
Die Mittelspitze befindet sich auf 2713 Metern Höhe: Da sind Kletterkünste gefragt. Danach ging es für Eduard Duschek weiter zur Südspitze des Watzmann-Gebirges. © Privat

Innerhalb von 15 Stunden überquerte der Schrecksbacher das Wahrzeichen des Berchtesgadener Landes, das nicht nur seine Höhe von 2713 Metern so berühmt macht, sondern vor allem seine außergewöhnliche Form.

In der Bergsteiger-Szene zählt die Watzmann-Überschreitung für viele zum Repertoire

Die Idee zur Überschreitung ist bei dem Polizisten im Ruhestand seit drei Jahren gewachsen. „Damals war ich mit Kletterfreunden am Hocheck, hier trennt sich immer die Spreu vom Weizen, 95 Prozent gehen zurück, der Rest geht weiter, mit oder ohne Bergführer. Wir gingen auch zurück.“ Das Hocheck ist der erste der drei Gipfel des höchsten Gebirgsstocks der Berchtesgadener Alpen.

Watzmann-Überquerung: Eduard Duschek beim goldenen Jesus am Gipfelkreuz des Hochecks.
Watzmann-Überquerung: Eduard Duschek beim goldenen Jesus am Gipfelkreuz des Hochecks. © Privat

Normalerweise gehe man zwei Tage, am ersten Tag zum Watzmann-Haus, schläft dort und geht am anderen Tag weiter, um Kräfte zu sparen, weiß Duschek. Die Wenigsten gehen die Tour an einem Tag, da die Dauer je nach Wetter, Pausen, Kondition, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit bis zu 20 Stunden dauern könne. Er entschied sich für die Tagestour, Die Entscheidung fiel wegen des Wetters sehr kurzfristig. Nur seine Frau wusste davon.

Berchtesgadener Pensionswirte waren in Sorge

Am Donnerstag war es dann soweit: 600 Kilometer Anreise, Ankunft bei Regenwetter, Unterkunft in einem Notzimmer. Für Freitag war strahlender Sonnenschein angesagt, dennoch wollten ihn seine Pensionswirte, ein älteres Ehepaar, von der Tagestour abhalten. Duschek musste ihnen versprechen, sich alle drei Stunden zu melden.

Die Begleiter: Anika und Marco mit Hund Baki im Rucksack an der Mittelspitze des Watzmann-Massivs.
Die Begleiter: Anika und Marco mit Hund Baki im Rucksack an der Mittelspitze des Watzmann-Massivs. © Privat

Der Freitag begann für Duschek um vier Uhr ohne den üblichen Kaffee, weil in der Pension der Strom ausgefallen war. Er fuhr zum Startpunkt an der Wimbachbrücke. Noch in der Dunkelheit ging es los, zunächst gemeinsam mit zwei jungen Männern, die er dort getroffen hatte.

Am Berg ist Duschek nicht allein

Nach 500 Metern merkte er, patschnass geschwitzt, „ich gehe lieber meinen eigenen Tritt“. Zweieinhalb Stunden später rastete er am Watzmann-Haus. Dort fand er Begleitung mit ähnlichem Rhythmus: Anika und Markus, ein junges Paar mit Baki – dem Hund im Rucksack.

Der Logenplatz hoch über dem Königssee mit faszinierendem Ausblick auf die Berchtesgadener Alpen begeisterte den Schrecksbacher.
Der Logenplatz hoch über dem Königssee mit faszinierendem Ausblick auf die Berchtesgadener Alpen begeisterte den Schrecksbacher. © Privat

Ab dem Hocheck begann der schönste, aber auch gefährlichste Teil der Tour: auf dem Grat entlang zur Mittel- beziehungsweise Südspitze. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind gefragt, da man sich oben auf einem Grat bewegt, der teilweise weniger als einen Meter breit ist, und bei dem es links und rechts mehr als 1000 Meter steil bergab geht, beschreibt es Duschek.

„Aber man wird durch eine grandiose Aussicht auf den ganz tief unten liegenden Königssee belohnt.“ Dann übers Wimbachgries – einem Fluss ohne Wasser, dafür mit sehr viel Schotter – über mehrere Stunden bergab. Nach 15 Stunden, drei Gipfeln, 2400 Höhenmetern, 22,5 Kilometern, schwindelerregenden Tiefblicken, grandiosen Fernsichten ist Duschek wieder im Tal und hat die Königstour der Berchtesgadener Alpen in seinem Portfolio.

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