Lernen vom Laptop aus

Schülerinnen der Steinwaldschule berichten vom digitalen Unterricht

Schule (fast) ohne Schüler darin: Blick per Drohne auf die Steinwaldschule, an der derzeit kräftig gebaut wird nach dem Abriss baufälliger Teile.
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Schule (fast) ohne Schüler darin: Blick per Drohne auf die Steinwaldschule, an der derzeit kräftig gebaut wird nach dem Abriss baufälliger Teile.

Wie geht es Schülern während der Coronabeschränkungen? Im Gespräch mit der HNA berichten drei Schülerinnen der Steinwaldschule von ihrem Alltag im digitalen Klassenzimmer.

Neukirchen – Als vor einigen Wochen der Schulbetrieb aus der Weihnachtspause startete, begann vielerorts der Schultag für Tausende Schüler mit dem Aufklappen des Laptops. Es folgten Videokonferenzen, feste Schulstunden und Aufgabenlisten. Auch wenn die schulischen Konzepte greifen und Unterrichtsinhalte vermittelt werden können, kommt ein Bestandteil des Schulalltags unumgänglich zu kurz: der soziale Austausch mit Mitschülern. Zwar würden Lehrer ihnen teilweise digitale Räume zur Verfügung stellen, berichtet Lena Blumenauer, Schulsprecherin an der Steinwaldschule Neukirchen, allerdings sei dies nicht mit den Gesprächen auf dem Schulhof vergleichbar. Die 14-Jährige besucht seit den Weihnachtsferien den Distanzunterricht ihrer Schule. „Es gibt einen festen Stundenplan und Aufgaben, die wir bearbeiten müssen.“

Positiv ist Lena Blumenauer aufgefallen, dass der Distanzunterricht inzwischen gut laufe. „Natürlich gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Lehrern“, so die Schülerin. „Im Großen und Ganzen ist es aber eine deutliche Verbesserung zum Frühjahr.“ Die stellvertretenden Schulsprecherinnen Anna-Lena Grau (16) und Wolke Zoe Heidelbach (15) bereiten sich gerade auf ihren Realschulabschluss vor. „Die Abschlussklassen haben Präsenzunterricht“, berichtet Anna-Lena Grau. „Wir sind aber in Zehnergruppen aufgeteilt und der Lehrer muss zwischen den Räumen wechseln.“ Das sei nicht immer optimal. „Ein bisschen Sorgen macht uns der Abschluss schon“, sagt Wolke Zoe Heidelbach. „Teilweise haben wir Bedenken, dass wir während der Pandemie Inhalte verpasst haben können.“

Digitales Lernen: Pandemie verändert Schulalltag

Die Pandemie verändert auch das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern, berichten die drei. Bereits während der ersten Kontaktbeschränkungen haben Lehrer angeboten, die Schüler auch bei privaten Problemen zu unterstützen. Damals war die Umstellung für sie hart: „Im Frühling hat man sich schon manchmal alleine gefühlt“, erinnert sich Wolke Zoe. Das lag einerseits an den Arbeitsaufträgen in der Schule und andererseits an den Veränderungen im Alltag. Der Kontakt zu den Lehrern ist enger geworden, berichtet auch Anna-Lena. „Das Verhältnis ist wirklich gut.“

Die erneuten Kontaktbeschränkungen machen sich auch im Privatleben der Schülerinnen bemerkbar: Sozialer Kontakt ist kaum möglich, Freunde können sich teilweise lange nicht sehen und Sportangebote gibt es nicht mehr. „Das ist wirklich belastend“, sagt Lena. Angst, dass sie aber zu einer „Generation Corona“ werden könnten, haben die drei aber nicht und sind zuversichtlich, dass sich irgendwann das Leben wieder normalisieren wird. Ähnliches berichtet die Schulsprecherin auch von Mitschülern aus den Abschlussklassen. Bei einigen steht demnächst der Wechsel ins Berufsleben an. Große Sorgen gibt es aber nicht: „Sie freuen sich auf den neuen Lebensabschnitt und sind zuversichtlich, dass das auch unter Pandemiebedingungen gut klappen wird.“ (Felix Busjaeger)

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